Geburtshilfeprotest: Höhepunkt in Hamburg

Pressemitteilung der Elterninitiative Hebammenunterstützung vom 18. Juni 2014:

Geburtshilfeprotest: Höhepunkt in Hamburg

Großdemonstration zur Gesundheitsministerkonferenz

Zur Konferenz der Gesundheitsminister am 26. Juni findet ab 11 Uhr eine Großdemonstration auf dem Hamburger Rathausmarkt statt. Familien und Hebammen signalisieren: Die berufspolitischen Probleme der Hebammen in Deutschland sind immer noch ungelöst. Da sich wegen erneuten Anstiegs der Haftpflichtversicherung auf über 5.000 Euro immer mehr Hebammen aus der Geburtshilfe zurückziehen, klaffen bereits akute Versorgungslücken, so etwa auf Sylt, in Schleswig-Holstein und Bayern. „Wir Eltern wissen um das Menschenrecht auf Versorgung und freie Wahl des Geburtsortes“, so Bianca Kasting, Mutter und Initiatorin der Petition change.org/hebamme. „Wir wollen nicht nur, dass der Hebammenberuf erhalten bleibt, wir wollen uns an den politischen Entscheidungsfindungen beteiligen. Schließlich geht es um uns, niemand ist mehr Experte für die Geburt als die Frauen selber. Und niemand kann uns professioneller, umfassender und sicherer begleiten als Hebammen.“

Kastings Petition ist die am schnellsten gewachsene Petition seit Bestehen der Petitionsplattform change.org. Über 420.000 Menschen haben ihren Aufruf an Gesundheitsminister Hermann Gröhe unterzeichnet. Nachdem der Versicherungsmarkt für Hebammen im Februar zusammengebrochen war, formierte sich in kurzer Zeit ein seit Monaten anhaltender Protest von Familien und Hebammen. Im Rahmen der Protestbewegung hatte Kasting gemeinsam mit drei anderen Müttern und ihren Kindern eine Protestradtour von Hameln nach Berlin unternommen. Die Tour diente der Aufklärung und wurde von unzähligen Protestveranstaltungen begleitet. In Hamburg wird Kasting die Unterschriften übergeben.

Geplant ist außerdem die kidsgo-Aktion „Die längste Nabelschnur der Welt“. Überall in Deutschland wurden in den vergangenen Monaten Appelle geschrieben und auf Schnüre gehängt. In Hamburg sollen die einzelnen Schnüre miteinander verbunden und den Politikern präsentiert werden. Die „Nabelschnur“ ist über 2 Kilometer lang.

Im Rahmen der Kundgebung werden Hamburgs Senatorin für Gesundheit Cornelia Prüfer-Storcks, Bianca Kasting sowie Vertreterinnen des Deutschen Hebammenverbandes sprechen. Die Demonstration gilt als Höhepunkt der Protestbewegung. Im Vorfeld hatte Kasting in Zusammenarbeit mit der 16.000 Bürger starken Protestgruppe hebammenunterstützung.de zu Gesprächen mit den Ministern von Bund und Ländern aufgerufen, um das Thema Geburtshilfe in der Konferenz zu etablieren und unterstützend tätig zu werden. Der Aufruf ist von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen worden. Dass sich der Fokus des Protests von der reinen Hebammenunterstützung hin zu einem Protest für Selbstbestimmung und Wahlfreiheit der Frauen und Familien verlagert hat, zeigt auch die aktuelle Bundestagspetition von Michaela Skott aus Schwerin. Darin fordert sie: Das Menschenrecht auf selbstbestimmte Geburt mit der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel 1:1 durch eine Bezugshebamme soll als Grundrecht manifestiert und damit de facto gesichert werden. Näheres finden Sie unter:

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html

Geplant ist außerdem, eine Landkarte zu übergeben, auf der die aktuellen Versorgungslücken verzeichnet sind. Bis in den Nachmittag hinein werden Aktionen wie Kinderschminken, Protestpicknick, Informationsgespräche und Unterschriftensammlungen für die aktuelle Petition stattfinden.

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