Keine Entwarnung in der Geburtshilfe

Presseinformation der Elterninitiative Hebammenunterstützung vom 06.08.2014

Die Einigung zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband auf eine höhere Vergütung zum Ausgleich der steigenden Versicherungsprämien stellt keine Lösung für die verfahrene Situation in der deutschen Geburtshilfe dar.

Der Elternprotest Hebammenunterstützung warnt eindringlich vor Augenwischerei: „Sowohl die Gesundheitsminister*innen der Länder als auch bspw. der DHV selbst sprechen von einem Zwischenschritt und fordern weiterhin nachhaltige und strukturelle Veränderungen“. Man schiebe das Problem nur um ein weiteres Jahr auf. „Im Juli des kommenden Jahres stehen wir vor der gleichen Situation wie im vergangenen Frühjahr.

Eine Veränderung gibt es jedoch: Allen Beteiligten ist nun klar, dass es um die Geburtshilfe im Ganzen geht“.

Das Problem sei längst keines mehr, das die freiberuflichen Hebammen allein betrifft, bestätigen die Aktivist*innen des Elternprotestes: „Die Kliniken ächzen genauso unter dem fehlerhaften System wie die freiberuflichen Hebammen und Ärzte.

Deutschlandweit schließen kleinere Kliniken weil sie wirtschaftlich nicht mehr rentabel arbeiten können. Für die Frauen und Kinder bedeutet dies, dass sie lange Anfahrtswege und damit ein höheres Risiko in Kauf nehmen müssen“. In den Kliniken selbst würde ebenfalls knapp geplant. Einerseits gibt es nicht mehr genug Hebammen, die für die geringen Angestelltenentgelte arbeiten wollten, andererseits gebiete das Gebot der Wirtschaftlichkeit, dass eine Hebamme im Kreißsaal mehrere Frauen gleichzeitig betreue. „Diese Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Skandal!

Die notwendige Einigung als Lösung zu bezeichnen, ist daher nicht mehr als Augenwischerei“. Als Interessenvertretung der Familien setze sich der Elternprotest Hebammenunterstützung auch weiterhin aktiv für eine Verbesserung der Situation in der Geburtshilfe ein.

Hintergrund

Der Elternprotest Hebammenunterstützung ist eine Gruppe von Eltern und Expert*innen, die sich im Februar 2014 im Internet gegründet hat. Die Gruppe umfasst rund 16.000 Männer und Frauen bundesweit. Sie ist vernetzt mit zahlreichen anderen Partnern und organisiert dezentral regelmäßig Aktionen zur Verbesserung der Situation in der Geburtshilfe. Zu den Mitgliedern gehören u.a. Change-Petentin Anke Bastrop (Sie sorgte dafür, dass die Hebammenhilfe in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde) Change-Petentin Bianca Kasting (Sie sammelte rund 425.000 Unterschriften in einem Aufruf an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe) Hebamme und Bundestagspetentin Sabine Schmuck („Das wird Tote geben“, sagte sie in einer öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags über die Entwicklung in der Geburtshilfe) , Bundestagspetentin Michaela Skott (aktuelle Petition/ Sie fordert das Grundrecht auf die freie Wahl des Geburtsortes und die 1:1-Betreuung während der Geburt durch eine Bezugshebamme)

Netzwerkpartner: Human Rights in Childbirth/ Geburt e.V. Eckernförde/ Happy Birthday e.V./ Hebammen für Deutschland e.V. / Gerechte Geburt u.v.m.

Mehr Informationen und Ansprechpartner*innen finden Sie unter: www.hebammenunterstuetzung.de

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