Unterversorgung in der Wochenbettbetreuung: In Düsseldorf fehlen Hebammen

Infostand Elternprotest Düsseldorf

Pressemitteilung vom 10.09.2014

Entgegen des bundesweiten Geburtenrückgangs kommen in Landeshauptstadt immer mehr Kinder zur Welt. In Düsseldorf fehlen jedoch Hebammen, die die Familien kurz nach der Geburt betreuen. Hebamme Isabelle Rosa Bian vom Geburtshaus Düsseldorf rät allen Schwangeren, sich so früh wie möglich eine Hebamme für die Zeit nach der Geburt zu suchen. Sie weiß, dass einige Frauen 20, 30 Hebammen kontaktieren müssen. Sie selbst erhält wöchentlich unzählige Anfragen, denen sie absagen muss. Rosa Bian mutmaßt, dass es schon einige Wöchnerinnen gibt, die nach der Geburt auf sich allein gestellt sind. Genau weiß das niemand. Welche langfristigen Folgen die fehlende Versorgung für die Frauen mit ihren Neugeborenen nach sich zieht, ist unklar. Klar ist jedoch, dass die Unterversorgung zunehmen wird. Durch die Kündigung der Berufshaftpflichtversicherung der freiberuflichen Geburtshelferinnen zum Juli 2016 werden zu diesem Zeitpunkt noch mehr Hebammen ihren Beruf aufgegeben haben. Ohne Haftpflichtversicherung dürfen sie nicht arbeiten. Für die Hebammen, die sich ausschließlich auf die Vor- und Nachsorge konzentrieren, erhöht sich die Haftpflichtprämie nach diesem Stichtag so drastisch, dass auch hier mit weiteren Berufsniederlegungen zu rechnen ist. Die Praxen der Frauen- und Kinderärzte sind jetzt schon überfüllt. Von dieser Seite können die jungen Familien keine Hilfe erwarten. Woher sie Unterstützung erhalten, ist ihnen selbst überlassen.

Wo überall in Deutschland Nachsorge-Hebammen fehlen, verdeutlicht der Deutsche Hebammenverband mit seiner „Landkarte der Unterversorgung“. Hier werden erstmals Zahlen zum Hebammenmangel erfasst. Um die Landkarte aktuell zu halten, ruft der Verband alle Schwangeren auf, ihren persönlichen Mangel zu melden. Die Karte ist auf der Internetseite www.hebammenverband.de/landkarte/ zu finden. Die Politik muss dringend handeln.

Lest auch hier:

NRZ vom 12.09.2014 Düsseldorfer Hebammen klagen über hohe Versicherungskosten

Rheinische Post vom 16.09.2014 Hebammen fürchten Engpass bei Wochenbett-Betreuung

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