5. Mai – Düsseldorf: Demo am Welthebammentag

„Es reicht!“ sagen die Hebammen – auch uns Eltern reicht es schon lange!

Am 5. Mai ruft der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. zur Demo in Düsseldorf auf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Hebammen, Mütter und Familien: Partnerschaft fürs Leben!“. Am Welthebammentag wollen wir Eltern die Hebammen in ihrer Forderung nach würdevollen (Arbeits-) Bedingungen während der Geburten unserer Kinder unterstützen und gemeinsam mit ihnen auf die Straße gehen.

Los geht es ab 11 Uhr auf dem Burgplatz (Demo + Kundgebung von 11.30 Uhr bis 13 Uhr)

Alle weiteren Infos zur Veranstaltung findet Ihr auf www.hebammen-nrw.de.

Packt eure Kinder ein und kommt zum Burgplatz! Gemeinsam für eine #sichereGeburt!

Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums zur aktuellen Situation der Hebammen

Vor der Anhörung von Michaela Skott im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages (Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1) schrieben wir die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel an, um sie auf die Anhörung und unsere Einschätzung der Situation aufmerksam zu machen. Nun erhielten wir ihre Antwort mit einer Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) zur aktuellen Lage. Mit freundlicher Genehmigung von Frau Pantel dürfen wir den Schriftwechsel hier veröffentlichen.

Nachricht von Mother Hood e.V. Düsseldorf vom 11. Juni 2016:

Sehr geehrte Frau Pantel,

unser letztes Treffen im November 2015 ist eine Weile her. Seitdem hat sich die Situation für uns Eltern in Deutschland wesentlich verschlechtert. Weiterhin werden Geburtsstationen geschlossen (im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden zuletzt Geburtsstationen in Wuppertal und Solingen geschlossen, erst letztes Wochenende wurden in Hannover beide Level-1-Geburtskliniken wegen Personalmangels vorübergehend geschlossen), Kaiserschnitt- und Interventionsraten sind viel zu hoch – nicht zuletzt wegen zu schlechter Betreuungslage – und Hebammen geben ihren Beruf auf.

Seit 2014 sammeln wir als Elternprotest bundesweit in vielen Aktionen nun Unterschriften für die Petition 51168: Gesundheitsfachberufe – Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 vom 25.03.2014 (https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html).

Hierin wird u.a. die Forderung einer 1:1 Betreuung während der Geburt gestellt. Zurzeit sind Betreuungsschlüssel von 1:5 keine Seltenheit, immer häufiger werden Frauen unter Wehen wegen Personalmangels von Geburtskliniken abgelehnt und an andere Häuser verwiesen. Wir sehen die Politik in der Verantwortung, (gesetzliche und wirtschaftliche) Anreize zu schaffen, damit der Beruf der Hebamme wieder gestärkt wird.

Nun wird die Petition endlich am 20.6.2016 im Petitionsausschuss behandelt. Wir bitten Sie inständig darum, Ihre Kolleginnen und Kollegen vom Petitionsausschuss auf die Dringlichkeit und die Notwendigkeit dieser Petition aufmerksam zu machen. Unterstützen Sie uns Eltern: für uns und die kommenden Generationen müssen wir für eine Verbesserung der Geburtskultur in Deutschland eintreten!

Mit freundlichen Grüßen

Mother Hood e.V. Düsseldorf


Antwortschreiben von MdB Sylvia Pantel vom 1. September 2016:

Liebe Frau D.,

seit meiner Wahl in den Bundestag begleite ich die wichtigen Anliegen der freiberuflichen Hebammen. Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis in Bezug auf die freie Wahl des Geburtsortes und eine gute und flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe in Schwanger- und Mutterschaft. Die Problematik wurde bei der Anhörung im Petitionsausschuss am 20.06.2016 erneut angesprochen. Die Anhörung ist unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-petition-hebammen/428582 als Video dokumentiert.

Mit Bezug auf Ihre Email habe ich beim Bundesgesundheitsministerium noch einmal zur aktuellen Situation nachgefragt, die Antwort ist leider erst jetzt eingetroffen.

Das BMG hat mir mitgeteilt, dass der Gruppenversicherungsvertrag des Deutschen Hebammenverbands mit dem Versicherungskonsortium um die Versicherungskammer Bayern im Juli bis Mitte 2018 verlängert wurde. Das gewährleistet für die freiberuflichen Hebammen seit Jahren erstmals wieder eine mehrjährige Absicherung. Die mit dieser Vertragsverlängerung verbundenen Prämienerhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent jährlich liegen deutlich unter den Erhöhungen der letzten Jahre.

Aufgrund der weiteren Maßnahmen zur Hebammenvergütung hat sich die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe erbringen, deutlich entspannt. Der im Juli 2015 in Kraft getretene Verzicht auf Regressforderungen der Kranken- und Pflegeversicherung kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Versicherungsprämien leisten. Durch die faktische Begrenzung der Höchstschäden entsteht zudem eine verlässlichere Kalkulationsgrundlage für die Versicherungswirtschaft, das ist eine Voraussetzung zur Belebung des Versicherungsmarktes. Derzeit prüfen die betroffenen Versicherungsunternehmen im Einzelfall, ob die angemeldeten Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen aufgrund des gesetzlichen Regeressausschlusses zurückgewiesen werden können. Um die Wirksamkeit des Regressausschlusses zu unterstützen, plant das BMG, die Thematik mit der Kassenseite auf Fachebene kurzfristig noch einmal zu erörtern.

Die Sicherstellung der stationären Versorgung im Rahmen der Krankenhausplanung ist grundsätzlich in der Verantwortung der Länder. Sie gewährleisten die Versorgungsangebote unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Versorgungsbedarfs in den einzelnen Regionen in angemessener Weise. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2014 in Deutschland 399 Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Fachabteilung vorhanden gegenüber 430 Krankenhäusern mit einer Geburtshilfestation in 2012. Die geringere Zahl kann neben Schließungen auch auf Fusionen beruhen. Die „Landkarte der Unterversorgung“ bzw. der ambulanten Versorgung mit Hebammenleistungen wird als Möglichkeit bewertet, Informationen zu sammeln und publik zu machen, ob es im näheren Umfeld für konkret angefragte Hebammenleistungen auch tatsächlich eine Versorgungsmöglichkeit gibt. Um verlässliche Informationen darüber zu geben, ob eine Unterversorgung besteht, bedarf es zusätzlicher Informationen, die eine auf freiwilliger Basis geführte und damit auf Einzelmeldungen beruhende Landkarte nicht liefern kann.

Aus Sicht des BMG tragen die Maßnahmen wesentlich dazu bei, die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen zu verbessern und ihnen Sicherheit in Bezug auf einen finanzierbaren Haftpflichtversicherungsschutz zu geben. Nach den vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Hebammenzahlen wird für 2015 erstmalig wieder ein Anstieg verzeichnet. Ich hoffe und bin deshalb zuversichtlich, dass sich die Lage perspektivisch entspannen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Pantel, MdB

Anhörung vor dem Petitionsausschuss: Jetzt reden wir!

Elternpetition

Am kommenden Montag ist es endlich soweit: Die Elternpetition hat es vor den Petitionsausschuss des Bundestages geschafft! Petentin Michaela Skott wird stellvertretend für uns Frauen und Familien vor dem Ausschuss sprechen und klarstellen, dass in erster Linie wir Eltern von den Missständen in der Geburtshilfe betroffen sind. Auch in Düsseldorf haben wir hunderte Unterschriften für diese Petition gesammelt und nach Berlin geschickt.

Wer mehr dazu lesen will, schaut mal in Silkes Blog „Aberwehe!“ vorbei, sie hat das Thema mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht: bitte hier entlang.

Die öffentliche Anhörung wird live im Parlamentsfernsehen übertragen und steht danach in der Mediathek zur Verfügung. Bitte einschalten am Montag, 20.6.2016 ab 13 Uhr: https://www.bundestag.de/tv

Hier die offizielle Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V. vom 17. Juni 2016:

Die Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. begrüßt die Entscheidung des Petitionsausschusses des Bundestages, die Petentin Michaela Skott anzuhören. Skott engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und ist Mitglied von Mother Hood. 2014 forderte sie in der Petition Nr. 51168 das „Grundrecht mit freier Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme“. Die öffentliche Anhörung findet am 20. Juni, 13 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Straße 1, in Berlin, statt.

„In der Petition geht es um die Wahrung der Rechte von Frauen und Kindern rund um die Geburt. Dazu zählt den Geburtsort frei wählen zu können und die 1:1-Betreuung – egal, ob die Geburt in der Klinik oder Zuhause stattfindet – welche nachgewiesenermaßen zur größtmöglichen Sicherheit führt”, erklärt Michaela Skott. „Dieses Recht leitet sich aus mehreren Rechtsnormen ab und ist in Deutschland noch nicht verankert. Deshalb werden wir Eltern bei allen Entscheidungen, die ja die Gebärenden und Kinder direkt betreffen, gar nicht mit einbezogen und können auch nicht Klage erheben. Ich will, dass sich das ändert,“ so Skott.

Desolate Zustände

Die von Politikern oft dementierten schlechten Zustände in der Geburtshilfe (zuletzt in der Bundestagsdebatte vom 12. Mai) sind Realität: Die Versorgung Gebärender in Kliniken ist vielerorts katastrophal. Die freie Wahl des Geburtsortes, egal ob die Schwangere in einer Klinik, zu Hause oder im Geburtshaus gebären möchte, ist flächendeckend nicht mehr vorhanden. Die Anzahl der Geburtskliniken sinkt, obwohl die Geburtenrate steigt.

Verpflichtung des Gesetzgebers zur Sicherung des Berufsstandes der Hebammen

Die Probleme in der Geburtshilfe sind eng mit der Situation der Hebammen verbunden. Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe durchgesetzten Maßnahmen wie etwa der Sicherstellungszuschlag oder der Regressverzicht haben nicht den gewünschten Effekt. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen und die damit verbundene Bezahlung bleiben weiterhin ungenügend. Viele geben deshalb auf und wandern in andere Berufe ab.

„Fehlen Hebammen, haben in erster Linie wir Eltern ein Problem”, sagt Eva Abert vom Vorstand von Mother Hood. „Wir fordern daher von der Politik, endlich die Forderungen der Eltern zu hören und ernst zu nehmen, so wie es nun hoffentlich mit der Anhörung geschieht“.

Die Bundestagspetition von Michaela Skott ist die vierte in nur sechs Jahren, die sich mit der Situation in der Geburtshilfe beschäftigt. “Passiert ist seither wenig, was die sich verschlechternden Zustände aufhalten kann”, fasst Abert zusammen.

(Die Pressemitteilung ist zuerst erschienen auf: http://www.mother-hood.de/presse/elterninitiative-mother-hood-jetzt-reden-wir.html)

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Düsseldorfer Mother Hood Stammtisch am 30. Mai

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Die Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung trifft sich nächste Woche wieder zum Stammtisch. Wenn Ihr Euch informieren oder mit uns engagieren wollt, seid Ihr herzlich eingeladen. Ihr müsst dazu nicht Mitglied von Mother Hood e.V. sein.

Wann und wo:

Montag, 30.5.2016, um 19.30 Uhr bei
Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung) – dann können wir besser planen.


Themen:

Wir tauschen uns über die politische Lage und Neuigkeiten zur Versorgung von Familien während Schwangerschaft, Geburt und dem 1. Lebensjahr aus und schauen, wie wir uns in bundesweite Projekte des Vereins einbringen können.

Themenwünsche oder Fragen: Schreibt uns gerne an ak.elternprotest.dus@gmail.com


Weitere Infos über Mother Hood e.V. und unsere Arbeit findet Ihr unter www.mother-hood.de

Infos und Schnäppchen: Unser Infostand auf dem Geburtshauströdel am 21. Mai 2016

Trödel

Das Geburtshaus lädt am Samstag zum großen Kindersachentrödel auf dem Schillerplatz ein und natürlich sind auch wir wieder mit einem Infostand dabei.

Wann: Samstag, 21. Mai 2016, 10-14 Uhr
Wo: auf dem Schillerplatz (Achenbach-/Ecke Schillerstraße)

Kommt vorbei, informiert Euch. Mit im Gepäck haben wir die aktuelle Kasseler Erklärung des Netzwerks für Geburtskultur und eine Petition an den Hessischen Landtag (die bundesweit gezeichnet werden kann). Und wenn Ihr Gelegenheit habt, unsere Flyer auszulegen, nehmt Euch gerne einen Stapel mit!

Wir sehen uns am Samstag!

 

Elternprotest-Stammtisch im April

Stammtisch_April-klein

Die Regionalgruppe Düsseldorf und Umgebung von Mother Hood e.V. trifft sich einmal im Monat zum Stammtisch. Dabei tauschen wir uns über die politische Lage und Neuigkeiten zur Versorgung von Familien während Schwangerschaft, Geburt und dem 1. Lebensjahr aus. Wir planen Aktionen und schauen, wie wir uns in bundesweite Projekte des Vereins einbringen können. Wenn Ihr Euch mit uns engagieren wollt, seid Ihr herzlich eingeladen. Ihr müsst dazu nicht Mitglied von Mother Hood e.V. sein.

Unser nächstes Treffen:

Dienstag, 05.04.2016, um 19.30 Uhr bei
Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung) – dann können wir besser planen.


Themen:

  • Wollen wir eine Aktion zum Welthebammentag am 5. Mai machen (Feiertag Christi Himmelfahrt)?
  • Infostand auf dem Geburtshaus-Trödel am Schillerplatz (21. Mai)

Themenwünsche oder Fragen: Schreibt uns gerne!


Weitere Infos über Mother Hood e.V. und unsere Arbeit findet Ihr unter www.mother-hood.de

Elternprotest-Stammtisch im Februar

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Wir treffen uns am Montag, 29.02.2016, um 19.30 Uhr bei
Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung) – dann können wir besser planen.


Themen:

  • Infos über den Verein Mother Hood e.V. und wie Ihr Euch engagieren könnt
  • March of Roses am 6. März
  • Einladung zum Filmgespräch am 6. März zum Film „Einsame Geburt – Hebammen in Not“

Themenwünsche oder Fragen: Schreibt uns gerne!


Hintergrund:

Die Situation der Geburtshilfe verschlechtert sich in ganz Deutschland:

Wir Eltern wehren uns gegen diese Entwicklung. Wir fordern eine sichere und menschliche Geburtshilfe. Wenn Du mehr tun möchtest, als nur klicken und liken – komm vorbei!


Wir wollen:

  • Uns kennenlernen und vernetzen
  • Euch über den aktuellen Stand und Neues aus dem Verein Mother Hood informieren
  • Ideen für zukünftige Aktionen sammeln und besprechen

Der nächste Stammtisch wird wegen der Osterfeiertage im April stattfinden.
Wir treffen uns an wechselnden Wochentagen (Montag bis Donnerstag) immer in Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs.

Kasseler Erklärung: Eltern fordern Mitbestimmung und Reform der Geburtskultur

Kasseler Erklärung Geburtskultur 2015

Aus medizinischer Sicht gibt es keine Notwendigkeit für die in Deutschland bestehenden hohen Frühgeburten-, Interventions- und Kaiserschnittraten. Eine angstfreie Schwangerschaft, eine natürliche Geburt mit einer zurückhaltenden Geburtshilfe und eine intensive Betreuung im Wochenbett sind immer seltener die Regel. Eltern, als weitaus größte Interessensgruppe in diesem Konflikt und auch als Treuhänder der Rechte ihrer Kinder, erheben nun ihre Stimme und fordern ihre Rechte ein!

Die Umsetzung der Menschenrechte im Umfeld der Geburt wird in Deutschland immer weiter erschwert und vielerorts kann nicht einmal mehr eine adäquate Gesundheitsversorgung werdender und junger Mütter gewährleistet werden. In Kassel versammelten sich am Samstag, dem 10. Oktober 2015 VertreterInnen von zahlreichen Elterninitiativen und Vereinen und engagierte Einzelpersonen aus der gesamten Bundesrepublik zu einem zweiten Treffen des Netzwerks der Elterninitiativen für Geburtskultur. In der Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur vom 10. Oktober 2015 verlangen Eltern ein Mandat zur Mitbestimmung und fordern einen Perspektivwechsel hin zu Menschlichkeit in der Geburtshilfe.

Die Erklärung wurde gemeinsam von 27 Organisationen, darunter auch Mother Hood e.V., und zahlreichen engagierten Einzelpersonen verfasst und erstunterzeichnet.

Zum Dokument: Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur (PDF)

„Wo ist eigentlich das Problem?“

Druck

Warum ist die Lage bezüglich der Hebammen so schlimm? Dies ist eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Hier eine ausführliche Antwort von Eva Abert, Vorstand von Mother Hood e.V.:

Freiberufliche Hebammen arbeiten als Beleghebammen in Krankenhäusern, betreuen Geburten in Geburtshäusern und daheim und bieten Vorsorge und Wochenbettbetreuung an. Nicht jede macht alles, einige machen auch nur Teile obiger Aufzählung.

Bedroht ist aktuell alles, was mit Geburtsbegleitung zu tun hat, denn dafür beträgt die Versicherung seit dem 01.07.2015 über 6.000 € jährlich, die kaum für eine Hebamme zu erwirtschaften sind. Daher haben viele die Geburtshilfe aufgegeben, bzw. geben jeden Tag weitere Hebammen auf.

Davon unabhängig wird es ab Mitte 2016 gar kein Versicherungsangebot mehr für die Geburtshilfe von Hebammen geben. Damit dürfen sie faktisch nicht mehr geburtshilflich arbeiten.

In manchen Regionen übernehmen die freien Hebammen den Löwenanteil an Beleggeburten in Kliniken. Fallen diese Hebammen weg, muss eine festangestellte Hebamme in der Klinik plötzlich nicht „nur” 3 Frauen parallel betreuen, sondern 8 oder 9 … Dabei ist eine 1:1-Betreuung die deutlich sicherste Methode, ein Kind zu gebären.

Zudem haben in den letzten Jahren weit über 300 (!) geburtshilfliche Stationen geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich genug waren. Die Anfahrtswege werden immer weiter; in Berlin ist es keine Seltenheit mehr, dass Frauen unter der Geburt 3 bis 5 Krankenhäuser anfahren müssen, um überhaupt die Chance auf ein Zimmer zu haben. Dabei steigt ab einer Anfahrtszeit von 20 Minuten das Risiko für Mutter und Kind signifikant.

Die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind nicht darauf ausgelegt, die wegfallende Arbeit der Beleghebammen aufzufangen – weder räumlich noch personell. Frauen werden auf den Gängen, in CTG-Zimmern oder auf den Parkplätzen ihre Kinder bekommen, es wird keiner da sein, der sich um sie kümmert und ihre Ängste wahrnimmt, wichtige Zeitpunkte werden verpasst werden. Das wird wiederum zu einer noch höheren Kaiserschnittrate und einem höheren Risiko für tödliche Komplikationen führen.

Zudem sind Ärzte in Deutschland nicht dafür ausgebildet und haben auch nicht nur im Ansatz die Zeit, ganze Geburten zu begleiten. Im Gegenteil: Sie sind gesetzlich sogar verpflichtet, zu jeder Geburt (auch zu Kaiserschnitten!) eine Hebamme dazu zu rufen. Und dazu ausgebildet, in Notfällen eingreifen zu können – nicht, eine physiologische Geburt zu unterstützen.

SO sieht die Zukunft der Klinikgeburten aus, wenn alles so weiter läuft.

Frauen, die das nicht wollen, haben keine Alternative mehr. Geburtshäuser werden keine Geburten mehr begleiten und Hausgeburten mit einer begleitenden Hebamme wird es nicht mehr geben.

Da viele Hebammen von den niedrig vergüteten Leistungen Vorsorge und Wochenbettbetreuung nicht leben können, orientieren sie sich beruflich komplett um, so dass auch diese Angebote wegfallen.

Das alles steht uns bevor, weil Deutschlands Politiker ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Krankenkassen ihren Versorgungsauftrag nicht wahrnehmen.

Daher setzen wir uns bei Mother Hood e.V. aktiv für eine sichere Geburt unabhängig vom Geburtsort ein. Bitte unterstützt uns und werdet bei Mother Hood e.V. aktiv, auch außerhalb von Facebook – sei es, dass ihr euch bei Aktionen einbringt, unsere Fachgruppen mit eurem Know-how bereichert oder durch eure Mitgliedschaft, die unserer Arbeit mehr Gewicht verleiht!

Wir brauchen euch!

Eva Abert
Vorstand Mother Hood e.V.
Juli 2015

PS Hier geht es zur Beitrittserklärung

 

Tipp: Kölner Geburtstag zeigt Microbirth am 5. September 2015

KölnerGeburtsTag

Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?
Initiative Kölner GeburtsTag zeigt Dokumentation „Microbirth“ mit Podiumsdiskussion

Köln, August 2015 – Am 5. September lädt die Initiative Kölner GeburtsTag um 19 Uhr ins Seminarhaus „Tante Astrid“ zu der Dokumentation „Microbirth“ ein. In dem Film erläutern Wissenschaftler aus der ganzen Welt die Bedeutung der natürlichen Geburt für ein gesundes Immunsystem des Menschen, welches der Entwicklung bestimmter Immunerkrankungen, wie etwa Asthma, Diabetes Typ 1, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken kann.
Im Anschluss an den Film findet eine Podiumsdiskussion zu der Frage „Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?“ statt.
Die Journalistin Anke Bruns, bekannt aus der WDR-Lokalzeit Köln, wird die Diskussion moderieren. Für die Podiumsrunde haben unter anderem Gynäkologen, Hebammen und Elternvertreter sowie Lokalpolitiker zugesagt.
Veranstaltungsort: 5. September, 19 Uhr, Seminarhaus „Tante Astrid“, Aachener Str. 48 in Köln. www.tante-astrid.de. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Infos zum Film
Der Film „Microbirth“ betrachtet die Geburt auf eine neue Weise: durch das Objektiv eines Mikroskops. Wie wir gebären hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Anhand von Aussagen namhafter Wissenschaftler aus Großbritannien und Nordamerika untersuchen die Filmemacher, wie sich moderne Geburtspraktiken, wie zum Beispiel der Kaiserschnitt, auf das Leben und die Zukunft der Menschen auswirken.
„Microbirth” ist eine unabhängige Produktion von Alto Films Ltd. Der Film wurde produziert von britischen Filmemachern, Toni Harman und Alex Wakeford. Ihr vorheriger Film „Freiheit für die Geburt” erlebte seine Premiere 2012 in über 1.100 öffentlichen Vorführungen in 50 Ländern.

www.microbirth.com

Infos zur Podiumsdiskussion
Für die anschließende Podiumsrunde haben folgende Personen zugesagt:
Dr. Katharina Hartmann, Vertreterin „Human Rigths In Childbirth“ für Deutschland
Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus, Hebamme, Krankenschwester und Doktorin der Pflegewissenschaft
Dr. med. Markus M. Valter, geschäftsführender Oberarzt der Universitätsklinik Gynäkologie und Geburtshilfe Köln
Dr. Michael Paetzold, Hausarzt und stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses der Stadt Köln (SPD)
Prof. Dr. Werner Neuhaus, Chefarzt der Geburtshilfe Köln Holweide
Frau Müller-Markfort, Hausgeburtshebamme, Präsidentin Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH)
Antje Stulz, Vertreterin „Doulas in Deutschland e.V.“
Katharina Desery, Vertreterin „Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr“, Regionalgruppe Köln/NRW

Über den Kölner Geburtstag
Drei kreative Frauen mit zusammen zehn Kindern haben 2010 ehrenamtlich eine Initiative rund um Schwangerschaft und Geburt ins Leben gerufen. Sie veranstalten den Kölner GeburtsTag, der einmal im Jahr stattfindet. Sie haben den Tag gegründet, um den Erhalt einer individuellen Geburtshilfe und einer positiven Geburtserfahrung zu fördern. Den Veranstalterinnen liegen die Humanisierung der Geburtshilfe und die Förderung der Hebammenarbeit am Herzen. Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach sind bedeutsame Lebensabschnitte für eine Frau, ihren Partner und das Kind. Die Familie wird sich ihr Leben lang daran zurück erinnern.
Zum „Kölner GeburtsTag 2015“ wird der Film Microbirth gezeigt, mit anschließender Podiumsdiskussion mit Blick auf die aktuellen, höchstproblematischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Schwangerschaft und Geburt.
Kölner Geburtstag im Netz: http://www.koelner-geburts-tag.de