Erzählcafe „Der Start ins Leben“ am 4. März 2017 im Geburtshaus Düsseldorf

erzaehlcafeWir suchen Frauen jeden Alters, die über ihr Geburtserlebnis berichten möchten

Früher haben Großmütter und Mütter ihre Erfahrungen und ihr Wissen an die nächste Generation weitergegeben und dadurch den Schwangeren geholfen – diese stärkende Tradition wollen wir wiederbeleben. Immer mehr werdenden Eltern fehlt in einer hochtechnisierten Geburtsmedizin eine persönliche Unterstützung, die ihre Situation berücksichtigt.

Die Hebammenzentrale und das Geburtshaus Düsseldorf möchten Euch gemeinsam mit der Düsseldorfer Mother Hood-Gruppe herzlich zu einem Mut machenden Austausch ins Erzählcafé einladen:

Im Gespräch zwischen Jung und Alt, Zeitzeuginnen, Hebammen und Müttern werden Fragen beantwortet und eine neue Sichtweise auf den Beginn des Lebens ermöglicht. Auch wer keine Kinder hat, kann an diesem Abend mehr über die Zeit der eigenen Geburt erfahren und mitdiskutieren.

Das moderierte Erzählcafé ist für alle Interessierten von 0 bis 100 Jahren offen: der Eintritt ist frei.

Alte Fotos, Geburtsanzeigen und Erinnerungsstücke rund um das Thema Geburt können gerne mitgebracht werden.

Für die Veranstaltung am Samstag, 4. März 2017, 15-17 Uhr suchen wir noch Frauen jeden Alters und Herkunft, die über ihr Geburtserlebnis berichten möchten. Bitte meldet Euch unter info@hebammenzentrale-duesseldorf.de oder telefonisch: 02 11 / 69169111

Diese Veranstaltung ist Teil der bundesweiten Erzählcafé-Aktion – eine Initiative von gemeinnützigen Organisationen, um Frauen aller Generationen und verschiedener kultureller Hintergründe zum Thema Geburtskultur miteinander ins Gespräch zu bringen.

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Petitionen jetzt unterstützen: Elternprotest in Bremen und Sankt Augustin

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Ein kurzer Hinweis zu zwei aktuellen Petitionen zur Geburtshilfe:

Landespetition Bremen – Sicherung der geburtshilflichen Versorgung

Eingereicht von der Bremer Mother Hood-Landeskoordinatorin fordert diese Petition die Bremer Bürgerschaft u. a. auf, die Hebammenversorgung der Schwangeren und Mütter zu verbessern (die Nachfrage bei Wochenbettbetreuung, Geburtsvorbereitung, Rückbildung kann zur Zeit nicht abgedeckt werden) und verbindliche Regelungen zur Senkung der Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent (!) zu treffen. Diese Petition könnt ihr noch bis zum 27. Dezember unterstützen – auch wenn ihr nicht in Bremen wohnt! (Ganz unkompliziert und ohne Anmeldung.)

Change.org: Verhindern Sie die Schließung der Geburts- und Neugeborenenstation in Sankt Augustin!

Wer es sich auf der Karte von Akte NRW – Das Sterben der Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen anschaut, sieht schnell, dass die Geburtsstationen rechtsrheinisch um Sankt Augustin dünn gesät sind. „Würde die Schließung durchgesetzt, könnten im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis demnächst nur noch nur noch in den Krankenhäusern in Troisdorf, Sieglar und Bad Honnef Kinder zur Welt kommen. Für werdende Eltern in der Region eine dramatische Entwicklung, denn im Notfall sind die Entfernungen zur nächsten Entbindungsstation entscheidend!“

Düsseldorfer Mother Hood Stammtisch am 24. Oktober

​Da der Termin am Mitte Oktober leider nicht stattfinden konnte, treffen wir uns nun am 24.10.2016.

Die Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung trifft sich nächste Woche wieder zum Stammtisch. Wenn Ihr Euch informieren oder mit uns engagieren wollt, seid Ihr herzlich eingeladen. Ihr müsst dazu nicht Mitglied von Mother Hood e.V. sein.

Wann und wo:

Montag, 24.10.2016, um 18.00 Uhr bei

Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung)

Düsseldorfer Mother Hood Stammtisch am 13. Oktober

!!! Die Veranstaltung heute Abend muss leider kurzfristig ausfallen !!!
Die Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung trifft sich nächste Woche wieder zum Stammtisch. Wenn Ihr Euch informieren oder mit uns engagieren wollt, seid Ihr herzlich eingeladen. Ihr müsst dazu nicht Mitglied von Mother Hood e.V. sein.

Wann und wo:

Donnerstag, 13.10.2016, um 18.00 Uhr bei

Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung)

Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums zur aktuellen Situation der Hebammen

Vor der Anhörung von Michaela Skott im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages (Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1) schrieben wir die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel an, um sie auf die Anhörung und unsere Einschätzung der Situation aufmerksam zu machen. Nun erhielten wir ihre Antwort mit einer Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) zur aktuellen Lage. Mit freundlicher Genehmigung von Frau Pantel dürfen wir den Schriftwechsel hier veröffentlichen.

Nachricht von Mother Hood e.V. Düsseldorf vom 11. Juni 2016:

Sehr geehrte Frau Pantel,

unser letztes Treffen im November 2015 ist eine Weile her. Seitdem hat sich die Situation für uns Eltern in Deutschland wesentlich verschlechtert. Weiterhin werden Geburtsstationen geschlossen (im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden zuletzt Geburtsstationen in Wuppertal und Solingen geschlossen, erst letztes Wochenende wurden in Hannover beide Level-1-Geburtskliniken wegen Personalmangels vorübergehend geschlossen), Kaiserschnitt- und Interventionsraten sind viel zu hoch – nicht zuletzt wegen zu schlechter Betreuungslage – und Hebammen geben ihren Beruf auf.

Seit 2014 sammeln wir als Elternprotest bundesweit in vielen Aktionen nun Unterschriften für die Petition 51168: Gesundheitsfachberufe – Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 vom 25.03.2014 (https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html).

Hierin wird u.a. die Forderung einer 1:1 Betreuung während der Geburt gestellt. Zurzeit sind Betreuungsschlüssel von 1:5 keine Seltenheit, immer häufiger werden Frauen unter Wehen wegen Personalmangels von Geburtskliniken abgelehnt und an andere Häuser verwiesen. Wir sehen die Politik in der Verantwortung, (gesetzliche und wirtschaftliche) Anreize zu schaffen, damit der Beruf der Hebamme wieder gestärkt wird.

Nun wird die Petition endlich am 20.6.2016 im Petitionsausschuss behandelt. Wir bitten Sie inständig darum, Ihre Kolleginnen und Kollegen vom Petitionsausschuss auf die Dringlichkeit und die Notwendigkeit dieser Petition aufmerksam zu machen. Unterstützen Sie uns Eltern: für uns und die kommenden Generationen müssen wir für eine Verbesserung der Geburtskultur in Deutschland eintreten!

Mit freundlichen Grüßen

Mother Hood e.V. Düsseldorf


Antwortschreiben von MdB Sylvia Pantel vom 1. September 2016:

Liebe Frau D.,

seit meiner Wahl in den Bundestag begleite ich die wichtigen Anliegen der freiberuflichen Hebammen. Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis in Bezug auf die freie Wahl des Geburtsortes und eine gute und flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe in Schwanger- und Mutterschaft. Die Problematik wurde bei der Anhörung im Petitionsausschuss am 20.06.2016 erneut angesprochen. Die Anhörung ist unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-petition-hebammen/428582 als Video dokumentiert.

Mit Bezug auf Ihre Email habe ich beim Bundesgesundheitsministerium noch einmal zur aktuellen Situation nachgefragt, die Antwort ist leider erst jetzt eingetroffen.

Das BMG hat mir mitgeteilt, dass der Gruppenversicherungsvertrag des Deutschen Hebammenverbands mit dem Versicherungskonsortium um die Versicherungskammer Bayern im Juli bis Mitte 2018 verlängert wurde. Das gewährleistet für die freiberuflichen Hebammen seit Jahren erstmals wieder eine mehrjährige Absicherung. Die mit dieser Vertragsverlängerung verbundenen Prämienerhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent jährlich liegen deutlich unter den Erhöhungen der letzten Jahre.

Aufgrund der weiteren Maßnahmen zur Hebammenvergütung hat sich die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe erbringen, deutlich entspannt. Der im Juli 2015 in Kraft getretene Verzicht auf Regressforderungen der Kranken- und Pflegeversicherung kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Versicherungsprämien leisten. Durch die faktische Begrenzung der Höchstschäden entsteht zudem eine verlässlichere Kalkulationsgrundlage für die Versicherungswirtschaft, das ist eine Voraussetzung zur Belebung des Versicherungsmarktes. Derzeit prüfen die betroffenen Versicherungsunternehmen im Einzelfall, ob die angemeldeten Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen aufgrund des gesetzlichen Regeressausschlusses zurückgewiesen werden können. Um die Wirksamkeit des Regressausschlusses zu unterstützen, plant das BMG, die Thematik mit der Kassenseite auf Fachebene kurzfristig noch einmal zu erörtern.

Die Sicherstellung der stationären Versorgung im Rahmen der Krankenhausplanung ist grundsätzlich in der Verantwortung der Länder. Sie gewährleisten die Versorgungsangebote unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Versorgungsbedarfs in den einzelnen Regionen in angemessener Weise. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2014 in Deutschland 399 Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Fachabteilung vorhanden gegenüber 430 Krankenhäusern mit einer Geburtshilfestation in 2012. Die geringere Zahl kann neben Schließungen auch auf Fusionen beruhen. Die „Landkarte der Unterversorgung“ bzw. der ambulanten Versorgung mit Hebammenleistungen wird als Möglichkeit bewertet, Informationen zu sammeln und publik zu machen, ob es im näheren Umfeld für konkret angefragte Hebammenleistungen auch tatsächlich eine Versorgungsmöglichkeit gibt. Um verlässliche Informationen darüber zu geben, ob eine Unterversorgung besteht, bedarf es zusätzlicher Informationen, die eine auf freiwilliger Basis geführte und damit auf Einzelmeldungen beruhende Landkarte nicht liefern kann.

Aus Sicht des BMG tragen die Maßnahmen wesentlich dazu bei, die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen zu verbessern und ihnen Sicherheit in Bezug auf einen finanzierbaren Haftpflichtversicherungsschutz zu geben. Nach den vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Hebammenzahlen wird für 2015 erstmalig wieder ein Anstieg verzeichnet. Ich hoffe und bin deshalb zuversichtlich, dass sich die Lage perspektivisch entspannen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Pantel, MdB

Elternprotest-Stammtisch im November

November15

Weihnachten naht mit großen Schritten, daher treffen wir uns im November zum letzten Mal in diesem Jahr. Auf lokalpolitischer Ebene haben wir 2015 mit der Gründung der Hebammenzentrale einen tollen Erfolg erzielt. Bis zum nächsten Stammtisch werden sich Mitglieder unserer Ortsgruppe noch mit zwei Bundestagsabgeordneten zum Gespräch treffen. Es bleibt spannend – und vor allem in Bewegung!

Wir treffen uns am Mittwoch, 25.11.2015, um 19.30 Uhr bei
Anadolu am Hauptbahnhof,
Konrad-Adenauer-Platz 13,
40210 Düsseldorf
(aus dem Bahnhof kommend nach links gehen, nach ca. 3 Minuten seid Ihr da)

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung) – dann können wir besser planen.

Wenn Ihr möchtet, schreibt gerne im Vorfeld Eure Themenwünsche oder Fragen.


Hintergrund:

Die Situation der Geburtshilfe verschlechtert sich in ganz Deutschland zunehmend. Geburtsstationen werden geschlossen, Klinikhebammen sind am Arbeitsplatz überlastet, ein Gynäkologenverband ordnet Personalmangel als Kaiserschnittindikation ein… Die jährlich steigenden Versicherungsprämien lassen immer mehr freie Hebammen ihren Beruf aufgeben. Auch hier in Düsseldorf spüren wir die Folgen. Es ist mittlerweile schwer geworden, eine Hebamme fürs Wochenbett zu finden. Die Verlierer sind wir Eltern. Die Politik sitzt das Thema aus. Die Krankenkassen “brauchen keine freien Hebammen”. Unfassbar aus Elternsicht!

Wir Eltern wehren uns gegen diese Entwicklung. Wir fordern eine sichere und menschliche Geburtshilfe. Wenn Du mehr tun möchtest, als nur klicken und liken – komm vorbei!


Wir wollen:

  • uns kennenlernen und vernetzen
  • Euch über den aktuellen Stand und Neues aus dem Verein Mother Hood informieren
  • Ideen für zukünftige Aktionen sammeln und besprechen

Der nächste Stammtisch wird am Donnerstag, 28.01.2016, stattfinden.
Wir treffen uns an wechselnden Wochentagen (Montag bis Donnerstag) immer in Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs.

Kasseler Erklärung: Eltern fordern Mitbestimmung und Reform der Geburtskultur

Kasseler Erklärung Geburtskultur 2015

Aus medizinischer Sicht gibt es keine Notwendigkeit für die in Deutschland bestehenden hohen Frühgeburten-, Interventions- und Kaiserschnittraten. Eine angstfreie Schwangerschaft, eine natürliche Geburt mit einer zurückhaltenden Geburtshilfe und eine intensive Betreuung im Wochenbett sind immer seltener die Regel. Eltern, als weitaus größte Interessensgruppe in diesem Konflikt und auch als Treuhänder der Rechte ihrer Kinder, erheben nun ihre Stimme und fordern ihre Rechte ein!

Die Umsetzung der Menschenrechte im Umfeld der Geburt wird in Deutschland immer weiter erschwert und vielerorts kann nicht einmal mehr eine adäquate Gesundheitsversorgung werdender und junger Mütter gewährleistet werden. In Kassel versammelten sich am Samstag, dem 10. Oktober 2015 VertreterInnen von zahlreichen Elterninitiativen und Vereinen und engagierte Einzelpersonen aus der gesamten Bundesrepublik zu einem zweiten Treffen des Netzwerks der Elterninitiativen für Geburtskultur. In der Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur vom 10. Oktober 2015 verlangen Eltern ein Mandat zur Mitbestimmung und fordern einen Perspektivwechsel hin zu Menschlichkeit in der Geburtshilfe.

Die Erklärung wurde gemeinsam von 27 Organisationen, darunter auch Mother Hood e.V., und zahlreichen engagierten Einzelpersonen verfasst und erstunterzeichnet.

Zum Dokument: Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur (PDF)

Antrag gestellt: Hebammenwesen soll immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe werden

Hebammen-Kultur Antrag als UNESCO-Weltkulturerbe gestellt

Vor einem halben Jahr hatte die dreifache Mutter Deike Terruhn eine geniale Idee. Nun haben der Deutsche Hebammenverband (DHV), der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und der gemeinnützige Verein „Hebammen für Deutschland“ (HfD) bei der deutschen UNESCO-Kommission die Aufnahme des Hebammenwesens als immaterielles Weltkulturerbe beantragt.

Überall auf der Welt begleiten Frauen andere Frauen durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Dieses Wissen und Können wurde seit Menschengedenken von Generation zu Generation weitergegeben, verändert, erweitert. Es gehört zu den wichtigsten Kulturgütern der Menschheit. Es dient der Gesundheit von Frauen und Kindern und ermöglicht Eltern einen guten Start als Familie. Es braucht den Schutz als immaterielles Weltkulturerbe!

„Es ist dringend an der Zeit, das Hebammenwesen in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen“, fordert Lisa von Reiche, Hebamme und HfD-Vorstandsmitglied. „Wir sind daher sehr dankbar, dass Barbara Hirt vom Elternmagazin kidsgo zusammen mit Deike Terruhn die Initiative ergriffen hat, für uns Hebammen den Antrag vorzubereiten. „Hierzulande droht Hebammenwissen nämlich verloren zu gehen – mit allen Konsequenzen für Frauen, Kinder und Familien. Es gibt viele sehr wichtige Argumente, Hebammenarbeit für die Familien unter besonderen Schutz zu stellen.“

Über 60 Seiten umfasst der Antrag, den Barbara Hirt und Deike Terruhn in enger Zusammenarbeit mit den Hebammenverbänden und dem HfD verfasst haben. „Wir sind stolz und glücklich und wünschen uns sehr, dass auch alle künftigen Schwangeren durch eine dieser wunderbaren weisen Frauen durch die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und das Wochenbett begleitet werden“, so Barbara Hirt. „Es drohen jahrtausende Jahre altes Wissen und Traditionen zum Wohle und zum Schutz von uns Frauen verloren zu gehen. Einen solchen Einschnitt in elementare Frauenrechte und Frauenangelegenheiten dürfen wir nicht hinnehmen.“

Wir vom Elternprotest drücken ganz fest die Daumen, dass der Antrag angenommen wird!

Weitere Infos:

„Wo ist eigentlich das Problem?“

Druck

Warum ist die Lage bezüglich der Hebammen so schlimm? Dies ist eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Hier eine ausführliche Antwort von Eva Abert, Vorstand von Mother Hood e.V.:

Freiberufliche Hebammen arbeiten als Beleghebammen in Krankenhäusern, betreuen Geburten in Geburtshäusern und daheim und bieten Vorsorge und Wochenbettbetreuung an. Nicht jede macht alles, einige machen auch nur Teile obiger Aufzählung.

Bedroht ist aktuell alles, was mit Geburtsbegleitung zu tun hat, denn dafür beträgt die Versicherung seit dem 01.07.2015 über 6.000 € jährlich, die kaum für eine Hebamme zu erwirtschaften sind. Daher haben viele die Geburtshilfe aufgegeben, bzw. geben jeden Tag weitere Hebammen auf.

Davon unabhängig wird es ab Mitte 2016 gar kein Versicherungsangebot mehr für die Geburtshilfe von Hebammen geben. Damit dürfen sie faktisch nicht mehr geburtshilflich arbeiten.

In manchen Regionen übernehmen die freien Hebammen den Löwenanteil an Beleggeburten in Kliniken. Fallen diese Hebammen weg, muss eine festangestellte Hebamme in der Klinik plötzlich nicht „nur” 3 Frauen parallel betreuen, sondern 8 oder 9 … Dabei ist eine 1:1-Betreuung die deutlich sicherste Methode, ein Kind zu gebären.

Zudem haben in den letzten Jahren weit über 300 (!) geburtshilfliche Stationen geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich genug waren. Die Anfahrtswege werden immer weiter; in Berlin ist es keine Seltenheit mehr, dass Frauen unter der Geburt 3 bis 5 Krankenhäuser anfahren müssen, um überhaupt die Chance auf ein Zimmer zu haben. Dabei steigt ab einer Anfahrtszeit von 20 Minuten das Risiko für Mutter und Kind signifikant.

Die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind nicht darauf ausgelegt, die wegfallende Arbeit der Beleghebammen aufzufangen – weder räumlich noch personell. Frauen werden auf den Gängen, in CTG-Zimmern oder auf den Parkplätzen ihre Kinder bekommen, es wird keiner da sein, der sich um sie kümmert und ihre Ängste wahrnimmt, wichtige Zeitpunkte werden verpasst werden. Das wird wiederum zu einer noch höheren Kaiserschnittrate und einem höheren Risiko für tödliche Komplikationen führen.

Zudem sind Ärzte in Deutschland nicht dafür ausgebildet und haben auch nicht nur im Ansatz die Zeit, ganze Geburten zu begleiten. Im Gegenteil: Sie sind gesetzlich sogar verpflichtet, zu jeder Geburt (auch zu Kaiserschnitten!) eine Hebamme dazu zu rufen. Und dazu ausgebildet, in Notfällen eingreifen zu können – nicht, eine physiologische Geburt zu unterstützen.

SO sieht die Zukunft der Klinikgeburten aus, wenn alles so weiter läuft.

Frauen, die das nicht wollen, haben keine Alternative mehr. Geburtshäuser werden keine Geburten mehr begleiten und Hausgeburten mit einer begleitenden Hebamme wird es nicht mehr geben.

Da viele Hebammen von den niedrig vergüteten Leistungen Vorsorge und Wochenbettbetreuung nicht leben können, orientieren sie sich beruflich komplett um, so dass auch diese Angebote wegfallen.

Das alles steht uns bevor, weil Deutschlands Politiker ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Krankenkassen ihren Versorgungsauftrag nicht wahrnehmen.

Daher setzen wir uns bei Mother Hood e.V. aktiv für eine sichere Geburt unabhängig vom Geburtsort ein. Bitte unterstützt uns und werdet bei Mother Hood e.V. aktiv, auch außerhalb von Facebook – sei es, dass ihr euch bei Aktionen einbringt, unsere Fachgruppen mit eurem Know-how bereichert oder durch eure Mitgliedschaft, die unserer Arbeit mehr Gewicht verleiht!

Wir brauchen euch!

Eva Abert
Vorstand Mother Hood e.V.
Juli 2015

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