Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums zur aktuellen Situation der Hebammen

Vor der Anhörung von Michaela Skott im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages (Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1) schrieben wir die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel an, um sie auf die Anhörung und unsere Einschätzung der Situation aufmerksam zu machen. Nun erhielten wir ihre Antwort mit einer Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) zur aktuellen Lage. Mit freundlicher Genehmigung von Frau Pantel dürfen wir den Schriftwechsel hier veröffentlichen.

Nachricht von Mother Hood e.V. Düsseldorf vom 11. Juni 2016:

Sehr geehrte Frau Pantel,

unser letztes Treffen im November 2015 ist eine Weile her. Seitdem hat sich die Situation für uns Eltern in Deutschland wesentlich verschlechtert. Weiterhin werden Geburtsstationen geschlossen (im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden zuletzt Geburtsstationen in Wuppertal und Solingen geschlossen, erst letztes Wochenende wurden in Hannover beide Level-1-Geburtskliniken wegen Personalmangels vorübergehend geschlossen), Kaiserschnitt- und Interventionsraten sind viel zu hoch – nicht zuletzt wegen zu schlechter Betreuungslage – und Hebammen geben ihren Beruf auf.

Seit 2014 sammeln wir als Elternprotest bundesweit in vielen Aktionen nun Unterschriften für die Petition 51168: Gesundheitsfachberufe – Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 vom 25.03.2014 (https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html).

Hierin wird u.a. die Forderung einer 1:1 Betreuung während der Geburt gestellt. Zurzeit sind Betreuungsschlüssel von 1:5 keine Seltenheit, immer häufiger werden Frauen unter Wehen wegen Personalmangels von Geburtskliniken abgelehnt und an andere Häuser verwiesen. Wir sehen die Politik in der Verantwortung, (gesetzliche und wirtschaftliche) Anreize zu schaffen, damit der Beruf der Hebamme wieder gestärkt wird.

Nun wird die Petition endlich am 20.6.2016 im Petitionsausschuss behandelt. Wir bitten Sie inständig darum, Ihre Kolleginnen und Kollegen vom Petitionsausschuss auf die Dringlichkeit und die Notwendigkeit dieser Petition aufmerksam zu machen. Unterstützen Sie uns Eltern: für uns und die kommenden Generationen müssen wir für eine Verbesserung der Geburtskultur in Deutschland eintreten!

Mit freundlichen Grüßen

Mother Hood e.V. Düsseldorf


Antwortschreiben von MdB Sylvia Pantel vom 1. September 2016:

Liebe Frau D.,

seit meiner Wahl in den Bundestag begleite ich die wichtigen Anliegen der freiberuflichen Hebammen. Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis in Bezug auf die freie Wahl des Geburtsortes und eine gute und flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe in Schwanger- und Mutterschaft. Die Problematik wurde bei der Anhörung im Petitionsausschuss am 20.06.2016 erneut angesprochen. Die Anhörung ist unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-petition-hebammen/428582 als Video dokumentiert.

Mit Bezug auf Ihre Email habe ich beim Bundesgesundheitsministerium noch einmal zur aktuellen Situation nachgefragt, die Antwort ist leider erst jetzt eingetroffen.

Das BMG hat mir mitgeteilt, dass der Gruppenversicherungsvertrag des Deutschen Hebammenverbands mit dem Versicherungskonsortium um die Versicherungskammer Bayern im Juli bis Mitte 2018 verlängert wurde. Das gewährleistet für die freiberuflichen Hebammen seit Jahren erstmals wieder eine mehrjährige Absicherung. Die mit dieser Vertragsverlängerung verbundenen Prämienerhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent jährlich liegen deutlich unter den Erhöhungen der letzten Jahre.

Aufgrund der weiteren Maßnahmen zur Hebammenvergütung hat sich die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe erbringen, deutlich entspannt. Der im Juli 2015 in Kraft getretene Verzicht auf Regressforderungen der Kranken- und Pflegeversicherung kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Versicherungsprämien leisten. Durch die faktische Begrenzung der Höchstschäden entsteht zudem eine verlässlichere Kalkulationsgrundlage für die Versicherungswirtschaft, das ist eine Voraussetzung zur Belebung des Versicherungsmarktes. Derzeit prüfen die betroffenen Versicherungsunternehmen im Einzelfall, ob die angemeldeten Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen aufgrund des gesetzlichen Regeressausschlusses zurückgewiesen werden können. Um die Wirksamkeit des Regressausschlusses zu unterstützen, plant das BMG, die Thematik mit der Kassenseite auf Fachebene kurzfristig noch einmal zu erörtern.

Die Sicherstellung der stationären Versorgung im Rahmen der Krankenhausplanung ist grundsätzlich in der Verantwortung der Länder. Sie gewährleisten die Versorgungsangebote unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Versorgungsbedarfs in den einzelnen Regionen in angemessener Weise. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2014 in Deutschland 399 Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Fachabteilung vorhanden gegenüber 430 Krankenhäusern mit einer Geburtshilfestation in 2012. Die geringere Zahl kann neben Schließungen auch auf Fusionen beruhen. Die „Landkarte der Unterversorgung“ bzw. der ambulanten Versorgung mit Hebammenleistungen wird als Möglichkeit bewertet, Informationen zu sammeln und publik zu machen, ob es im näheren Umfeld für konkret angefragte Hebammenleistungen auch tatsächlich eine Versorgungsmöglichkeit gibt. Um verlässliche Informationen darüber zu geben, ob eine Unterversorgung besteht, bedarf es zusätzlicher Informationen, die eine auf freiwilliger Basis geführte und damit auf Einzelmeldungen beruhende Landkarte nicht liefern kann.

Aus Sicht des BMG tragen die Maßnahmen wesentlich dazu bei, die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen zu verbessern und ihnen Sicherheit in Bezug auf einen finanzierbaren Haftpflichtversicherungsschutz zu geben. Nach den vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Hebammenzahlen wird für 2015 erstmalig wieder ein Anstieg verzeichnet. Ich hoffe und bin deshalb zuversichtlich, dass sich die Lage perspektivisch entspannen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Pantel, MdB

Anhörung vor dem Petitionsausschuss: Jetzt reden wir!

Elternpetition

Am kommenden Montag ist es endlich soweit: Die Elternpetition hat es vor den Petitionsausschuss des Bundestages geschafft! Petentin Michaela Skott wird stellvertretend für uns Frauen und Familien vor dem Ausschuss sprechen und klarstellen, dass in erster Linie wir Eltern von den Missständen in der Geburtshilfe betroffen sind. Auch in Düsseldorf haben wir hunderte Unterschriften für diese Petition gesammelt und nach Berlin geschickt.

Wer mehr dazu lesen will, schaut mal in Silkes Blog „Aberwehe!“ vorbei, sie hat das Thema mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht: bitte hier entlang.

Die öffentliche Anhörung wird live im Parlamentsfernsehen übertragen und steht danach in der Mediathek zur Verfügung. Bitte einschalten am Montag, 20.6.2016 ab 13 Uhr: https://www.bundestag.de/tv

Hier die offizielle Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V. vom 17. Juni 2016:

Die Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. begrüßt die Entscheidung des Petitionsausschusses des Bundestages, die Petentin Michaela Skott anzuhören. Skott engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und ist Mitglied von Mother Hood. 2014 forderte sie in der Petition Nr. 51168 das „Grundrecht mit freier Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme“. Die öffentliche Anhörung findet am 20. Juni, 13 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Straße 1, in Berlin, statt.

„In der Petition geht es um die Wahrung der Rechte von Frauen und Kindern rund um die Geburt. Dazu zählt den Geburtsort frei wählen zu können und die 1:1-Betreuung – egal, ob die Geburt in der Klinik oder Zuhause stattfindet – welche nachgewiesenermaßen zur größtmöglichen Sicherheit führt”, erklärt Michaela Skott. „Dieses Recht leitet sich aus mehreren Rechtsnormen ab und ist in Deutschland noch nicht verankert. Deshalb werden wir Eltern bei allen Entscheidungen, die ja die Gebärenden und Kinder direkt betreffen, gar nicht mit einbezogen und können auch nicht Klage erheben. Ich will, dass sich das ändert,“ so Skott.

Desolate Zustände

Die von Politikern oft dementierten schlechten Zustände in der Geburtshilfe (zuletzt in der Bundestagsdebatte vom 12. Mai) sind Realität: Die Versorgung Gebärender in Kliniken ist vielerorts katastrophal. Die freie Wahl des Geburtsortes, egal ob die Schwangere in einer Klinik, zu Hause oder im Geburtshaus gebären möchte, ist flächendeckend nicht mehr vorhanden. Die Anzahl der Geburtskliniken sinkt, obwohl die Geburtenrate steigt.

Verpflichtung des Gesetzgebers zur Sicherung des Berufsstandes der Hebammen

Die Probleme in der Geburtshilfe sind eng mit der Situation der Hebammen verbunden. Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe durchgesetzten Maßnahmen wie etwa der Sicherstellungszuschlag oder der Regressverzicht haben nicht den gewünschten Effekt. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen und die damit verbundene Bezahlung bleiben weiterhin ungenügend. Viele geben deshalb auf und wandern in andere Berufe ab.

„Fehlen Hebammen, haben in erster Linie wir Eltern ein Problem”, sagt Eva Abert vom Vorstand von Mother Hood. „Wir fordern daher von der Politik, endlich die Forderungen der Eltern zu hören und ernst zu nehmen, so wie es nun hoffentlich mit der Anhörung geschieht“.

Die Bundestagspetition von Michaela Skott ist die vierte in nur sechs Jahren, die sich mit der Situation in der Geburtshilfe beschäftigt. “Passiert ist seither wenig, was die sich verschlechternden Zustände aufhalten kann”, fasst Abert zusammen.

(Die Pressemitteilung ist zuerst erschienen auf: http://www.mother-hood.de/presse/elterninitiative-mother-hood-jetzt-reden-wir.html)

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Mother Hood-Infostand auf dem Geburtshaus-Jubiläumsfest

Infostand Elternprotest Düsseldorf

20 Jahre Geburtshaus Düsseldorf! Das Geburtshaus feiert mit einem Jubiläums-Familienfest auf dem Schillerplatz. Wir von der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung sind mit einem Infostand dabei. Denn wir wünschen uns, dass „unser“ Geburtshaus noch viele weitere Jubiläen feiern kann und auch in Zukunft viele Babys dort das Licht der Welt erblicken können.

Wann: Sonntag, 6. September 2015 zwischen 11 und 18 Uhr

Wo: Schillerplatz, Düsseldorf (Achenbach-/Ecke Schillerstraße)

Wir informieren Euch über die aktuelle Lage und den Verein Mother Hood. Außerdem sammeln wir weiterhin Unterschriften für die Bundestagspetition von Michaela Skott. Kommt vorbei! Wir freuen uns auf Euch!

JubliäumsFamilienfest

„Wo ist eigentlich das Problem?“

Druck

Warum ist die Lage bezüglich der Hebammen so schlimm? Dies ist eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Hier eine ausführliche Antwort von Eva Abert, Vorstand von Mother Hood e.V.:

Freiberufliche Hebammen arbeiten als Beleghebammen in Krankenhäusern, betreuen Geburten in Geburtshäusern und daheim und bieten Vorsorge und Wochenbettbetreuung an. Nicht jede macht alles, einige machen auch nur Teile obiger Aufzählung.

Bedroht ist aktuell alles, was mit Geburtsbegleitung zu tun hat, denn dafür beträgt die Versicherung seit dem 01.07.2015 über 6.000 € jährlich, die kaum für eine Hebamme zu erwirtschaften sind. Daher haben viele die Geburtshilfe aufgegeben, bzw. geben jeden Tag weitere Hebammen auf.

Davon unabhängig wird es ab Mitte 2016 gar kein Versicherungsangebot mehr für die Geburtshilfe von Hebammen geben. Damit dürfen sie faktisch nicht mehr geburtshilflich arbeiten.

In manchen Regionen übernehmen die freien Hebammen den Löwenanteil an Beleggeburten in Kliniken. Fallen diese Hebammen weg, muss eine festangestellte Hebamme in der Klinik plötzlich nicht „nur” 3 Frauen parallel betreuen, sondern 8 oder 9 … Dabei ist eine 1:1-Betreuung die deutlich sicherste Methode, ein Kind zu gebären.

Zudem haben in den letzten Jahren weit über 300 (!) geburtshilfliche Stationen geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich genug waren. Die Anfahrtswege werden immer weiter; in Berlin ist es keine Seltenheit mehr, dass Frauen unter der Geburt 3 bis 5 Krankenhäuser anfahren müssen, um überhaupt die Chance auf ein Zimmer zu haben. Dabei steigt ab einer Anfahrtszeit von 20 Minuten das Risiko für Mutter und Kind signifikant.

Die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind nicht darauf ausgelegt, die wegfallende Arbeit der Beleghebammen aufzufangen – weder räumlich noch personell. Frauen werden auf den Gängen, in CTG-Zimmern oder auf den Parkplätzen ihre Kinder bekommen, es wird keiner da sein, der sich um sie kümmert und ihre Ängste wahrnimmt, wichtige Zeitpunkte werden verpasst werden. Das wird wiederum zu einer noch höheren Kaiserschnittrate und einem höheren Risiko für tödliche Komplikationen führen.

Zudem sind Ärzte in Deutschland nicht dafür ausgebildet und haben auch nicht nur im Ansatz die Zeit, ganze Geburten zu begleiten. Im Gegenteil: Sie sind gesetzlich sogar verpflichtet, zu jeder Geburt (auch zu Kaiserschnitten!) eine Hebamme dazu zu rufen. Und dazu ausgebildet, in Notfällen eingreifen zu können – nicht, eine physiologische Geburt zu unterstützen.

SO sieht die Zukunft der Klinikgeburten aus, wenn alles so weiter läuft.

Frauen, die das nicht wollen, haben keine Alternative mehr. Geburtshäuser werden keine Geburten mehr begleiten und Hausgeburten mit einer begleitenden Hebamme wird es nicht mehr geben.

Da viele Hebammen von den niedrig vergüteten Leistungen Vorsorge und Wochenbettbetreuung nicht leben können, orientieren sie sich beruflich komplett um, so dass auch diese Angebote wegfallen.

Das alles steht uns bevor, weil Deutschlands Politiker ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Krankenkassen ihren Versorgungsauftrag nicht wahrnehmen.

Daher setzen wir uns bei Mother Hood e.V. aktiv für eine sichere Geburt unabhängig vom Geburtsort ein. Bitte unterstützt uns und werdet bei Mother Hood e.V. aktiv, auch außerhalb von Facebook – sei es, dass ihr euch bei Aktionen einbringt, unsere Fachgruppen mit eurem Know-how bereichert oder durch eure Mitgliedschaft, die unserer Arbeit mehr Gewicht verleiht!

Wir brauchen euch!

Eva Abert
Vorstand Mother Hood e.V.
Juli 2015

PS Hier geht es zur Beitrittserklärung

 

Tipp: Kölner Geburtstag zeigt Microbirth am 5. September 2015

KölnerGeburtsTag

Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?
Initiative Kölner GeburtsTag zeigt Dokumentation „Microbirth“ mit Podiumsdiskussion

Köln, August 2015 – Am 5. September lädt die Initiative Kölner GeburtsTag um 19 Uhr ins Seminarhaus „Tante Astrid“ zu der Dokumentation „Microbirth“ ein. In dem Film erläutern Wissenschaftler aus der ganzen Welt die Bedeutung der natürlichen Geburt für ein gesundes Immunsystem des Menschen, welches der Entwicklung bestimmter Immunerkrankungen, wie etwa Asthma, Diabetes Typ 1, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken kann.
Im Anschluss an den Film findet eine Podiumsdiskussion zu der Frage „Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?“ statt.
Die Journalistin Anke Bruns, bekannt aus der WDR-Lokalzeit Köln, wird die Diskussion moderieren. Für die Podiumsrunde haben unter anderem Gynäkologen, Hebammen und Elternvertreter sowie Lokalpolitiker zugesagt.
Veranstaltungsort: 5. September, 19 Uhr, Seminarhaus „Tante Astrid“, Aachener Str. 48 in Köln. www.tante-astrid.de. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Infos zum Film
Der Film „Microbirth“ betrachtet die Geburt auf eine neue Weise: durch das Objektiv eines Mikroskops. Wie wir gebären hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Anhand von Aussagen namhafter Wissenschaftler aus Großbritannien und Nordamerika untersuchen die Filmemacher, wie sich moderne Geburtspraktiken, wie zum Beispiel der Kaiserschnitt, auf das Leben und die Zukunft der Menschen auswirken.
„Microbirth” ist eine unabhängige Produktion von Alto Films Ltd. Der Film wurde produziert von britischen Filmemachern, Toni Harman und Alex Wakeford. Ihr vorheriger Film „Freiheit für die Geburt” erlebte seine Premiere 2012 in über 1.100 öffentlichen Vorführungen in 50 Ländern.

www.microbirth.com

Infos zur Podiumsdiskussion
Für die anschließende Podiumsrunde haben folgende Personen zugesagt:
Dr. Katharina Hartmann, Vertreterin „Human Rigths In Childbirth“ für Deutschland
Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus, Hebamme, Krankenschwester und Doktorin der Pflegewissenschaft
Dr. med. Markus M. Valter, geschäftsführender Oberarzt der Universitätsklinik Gynäkologie und Geburtshilfe Köln
Dr. Michael Paetzold, Hausarzt und stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses der Stadt Köln (SPD)
Prof. Dr. Werner Neuhaus, Chefarzt der Geburtshilfe Köln Holweide
Frau Müller-Markfort, Hausgeburtshebamme, Präsidentin Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH)
Antje Stulz, Vertreterin „Doulas in Deutschland e.V.“
Katharina Desery, Vertreterin „Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr“, Regionalgruppe Köln/NRW

Über den Kölner Geburtstag
Drei kreative Frauen mit zusammen zehn Kindern haben 2010 ehrenamtlich eine Initiative rund um Schwangerschaft und Geburt ins Leben gerufen. Sie veranstalten den Kölner GeburtsTag, der einmal im Jahr stattfindet. Sie haben den Tag gegründet, um den Erhalt einer individuellen Geburtshilfe und einer positiven Geburtserfahrung zu fördern. Den Veranstalterinnen liegen die Humanisierung der Geburtshilfe und die Förderung der Hebammenarbeit am Herzen. Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach sind bedeutsame Lebensabschnitte für eine Frau, ihren Partner und das Kind. Die Familie wird sich ihr Leben lang daran zurück erinnern.
Zum „Kölner GeburtsTag 2015“ wird der Film Microbirth gezeigt, mit anschließender Podiumsdiskussion mit Blick auf die aktuellen, höchstproblematischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Schwangerschaft und Geburt.
Kölner Geburtstag im Netz: http://www.koelner-geburts-tag.de

Elternprotest-Stammtisch der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung

Druck

Die Sommerpause ist vorbei! Wir von der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung laden Euch herzlich zu unserem 1. Elternprotest-Stammtisch ein.

Nach aktuellem Stand wird es ab Juli 2016 keine freiberuflichen Hebammen für Vorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung mehr geben. Die Versicherungswirtschaft bietet über diesen Termin hinaus keine Haftpflichtversicherung für Hebammen an – und ohne dürfen diese nicht arbeiten. Die Politik sitzt das Thema aus. Die Krankenkassen „brauchen keine freien Hebammen“. Unfassbar aus Elternsicht!

Ohne Hebammen gibt es keine sichere Geburtshilfe und Versorgung nach der Geburt. Wir Eltern wehren uns gegen diese Entwicklung. Sei auch Du dabei!

Wir treffen uns am 27.8.2015 um 19:30 Uhr im
Eiscafe Tiamo
Worringer Str. 142
40211 Düsseldorf
(Aus dem Bahnhof kommend rechts, unten im Kino)

Wir wollen:

  • uns kennenlernen und vernetzen
  • unseren Infostand auf dem Geburtshauströdel organisieren
  • Euch über den akutellen Stand und Neues aus dem Verein Mother Hood informieren
  • Ideen für zukünftige Aktionen besprechen

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com. oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung). Dann können wir besser planen und entsprechend reservieren.

 

Liebe (Noch-)kinderlose,

Nachricht an meine (noch-)kinderlosen Familienmitglieder, Freunde, Bekannten und alle, die sich angesprochen fühlen. Menschen, die mal Kinder, mal eine Familie haben wollen. Nein, nicht jetzt. Aber irgendwann mal. In den nächsten Jahren.

www.change.org/elternprotest

Ihr Lieben (Noch-)kinderlosen,

überlegt mal, ob Ihr diese Petition auch mitzeichnen möchtet. Das heißt zwar Elternprotest – aber wirklich betroffen werdet Ihr sein. Diejenigen, die sich aktuell für Hebammen /freie Wahl des Geburtsortes / SELBSTbestimmte Geburt stark machen, haben nämlich schon Kinder. Und sie sind engagiert, weil sie wissen, was dies alles für junge Familien bedeutet. Oder sie haben selbst schlechte Erfahrungen gemacht und wollen endlich ein menschenorientiertes System in der Geburtshilfe. Aktuell sind die Krankenkassen nicht nur dabei, die Hausgeburten abzuschaffen. Sie wollen offenbar auch die häusliche Nachsorge durch Hebammen nach der Geburt kippen (bzw. tragen nichts zu deren Erhalt bei). Hebammen sind aber mit die wichtigsten Wegbegleiter in den ersten Wochen nach der Geburt. Für Mutter und Kind. Psychisch und körperlich. Und wenn jetzt nicht bald was passiert, werdet Ihr die ersten Wochen mit eurem Baby ohne Hebammenhilfe durchstehen müssen. Vielleicht in Ärztewartezimmern, Notaufnahmen oder Krankenkassenhotline-Warteschleifen.

Ohne freie Wahl des Geburtsortes und Hebammennachsorge werde ich kein weiteres Kind mehr bekommen. Ganz im Ernst.

Karin für Elternprotest Düsseldorf und Umgebung

GKV: „Freiberufliche Hebammen? Brauchen wir nicht.“

GKV braucht keine Hebammen

Unglaublich, aber wahr! Der GKV-SV ist davon überzeugt, dass Deutschland keine freiberuflichen Hebammen braucht.

Nachzuhören ist es hier in der hitzigen „Redezeit“-Diskussion vom 8.7.2015 auf NDR Info: http://www.ndr.de/info/sendungen/redezeit/Hebammen-in-Not,sendung382492.html

Dort diskutierten die Moderatorin Birgit Langhammer mit ihren Gästen: Katharina Jeschke (Präsidiumsmitglied Deutscher Hebammenverband e.V.), Ann Marini (Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes) und Dr. Edgar Franke (SPD-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages).

Los! Steht mit uns auf! Jetzt! Das darf nicht sein!
Elternprotest brauchen wir heute für eine sichere Geburt, Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbettbetreuung. Eltern brauchen Hebammen!

Bitte sendet Euren Protest an presse@gkv-spitzenverband.de oder ruft hier an: Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit (Mo bis Do von 08:00 bis 18:00 Uhr, Fr von 08:00 bis 12:00 Uhr) Fragen zur Krankenversicherung: 030 340 60 66 – 01

oder den

GKV-Spitzenverband direkt: 030 20 62 88-0
Ein Fax geht auch unter 030 20 62 88 88.

Denn der GKV-SV bricht Recht!

Desweiteren läuft unsere Petition bis zum 13. Juli 2015 weiter! Ladet alle ein! Wir wollen das Minimalziel von 150.000 bis zur Übergabe erreichen!

Wachrütteln für eine normale Geburt – Kampagnen-Crowdfunding

Das Crowdfunding-Projekt „Normale Geburt“ von Dr. Christine Bruhn (Leiterin Geburtshaus Charlottenburg) braucht Eure Unterstützung! Und das Tolle an Crowfunding ist ja, dass viele Menschen mit kleinen Beträgen etwas zustande bringen können! Wenn Ihr also ein paar Euro übrig habt: ab damit in den Spendenhut 🙂

Hier ein kurzer Auszug aus der Projektbeschreibung:

Das Netzwerk der Geburtshäuser e.V. und der Förderverein normale Geburt e.V. kämpfen mit dieser Kampagne für die Selbstverständlichkeit physiologisch normaler Geburten und die Stärkung der Kompetenzen von Frauen, selbstbestimmt und mit Hilfe von erfahrenen Hebammen zu gebären.

Die normale, natürliche Geburt geht verloren. Erschreckende Zahlen lassen aufhorchen, denn inzwischen finden in Deutschland nur noch 7% aller Geburten ohne medizinisch-technische Eingriffe statt! Dabei könnten der WHO zufolge 70-80% aller Geburten „normal“ verlaufen. Und die Gesellschaft/ Politik trabt hinterher: Die Versicherungsproblematik der Hebammen ist nicht gelöst. Die Kampagne soll wachrütteln für das Glück kommender Kinder, die in Geborgenheit das Licht der Welt erblicken sollen!
(Quelle: Startnext-Kampagnenseite)

Mother Hood e.V. fragt die Krankenkassen: Zwangsdiagnostik für Schwangere?

Mother Hood Zwangsdiagnostik

Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V.

Bonn, 26. Juni 2015 – Die Gesetzlichen Krankenkassen wollen erstmals aus der umfassenden und uneingeschränkten Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen. So knüpfen sie die Übernahme von Entbindungskosten unter anderem an Zwangsuntersuchungen. Das ist das derzeitige Ergebnis aus den Verhandlungen zwischen dem GKV-SV und den Hebammenverbänden. Dagegen wendet sich die noch bis zum 30. Juni laufende Petition der Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ (www.change.org/elternprotest), die mittlerweile über 122.000-mal gezeichnet wurde – unter anderem von prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern wie Nina Hagen, Nena, Josefine Preuss, Willi Weitzel, Judith Holofernes, Sophie Schütt und Pablo Sprungala.

Doch ob der GKV-SV mit seinen Plänen wirklich die Interessen seiner Mitglieder vertritt, wollte die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ wissen und bat die 50 größten Gesetzlichen Krankenkassen um Stellungnahmen. Dabei ging es um die Frage, ob sich (werdende) Mütter auch zukünftig auf ihre Krankenkassen verlassen können.

Krankenkassen befürworten Einschränkung der Wahlfreiheit

Das Ergebnis ist ernüchternd: Entweder antworteten die Krankenkassen gar nicht oder mit einem Standardtext des GKV-SV und verwiesen auf die bevorstehende Schlichtung. „Es geht letztlich um die entscheidende Frage, ob werdende Eltern auch weiterhin Wahlfreiheit bezüglich des Geburtsortes haben,“ erläutert Eva Abert, Vorständin von Mother Hood e.V. „oder ob sie zukünftig durch eine Zwangsdiagnostik und weitere wissenschaftlich nicht belegte Kriterien in ihrem Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt werden.“ Lediglich eine Krankenkasse, die IKK Südwest, stellte im Sinne der Frauen über Einzelfallprüfungen in Aussicht, sollten die Pläne des GKV-SV umgesetzt werden.

Nun muss die bevorstehende Schlichtung zeigen, ob sich der GKV-SV mit seinen Plänen aufgrund eines Kriterienkatalogs durchsetzen kann, für den es – zumindest in Teilen – bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt. Bei Eintreten dieser Kriterien soll nach Willen des Spitzenverbandes künftig eine Zwangsdiagnostik erforderlich sein, um weiterhin im häuslichen Umfeld entbinden zu dürfen. Ansonsten droht den Frauen Leistungsverlust. Dieser Vorgang ist bisher einmalig, da laut Patientenrechtegesetz Versicherte das Recht haben, Behandlungen abzulehnen, ohne dass dies Einfluss auf die Leistungen hat.

Über die Petition

Mit einer Petition unter www.change.org/elternprotest wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch den Spitzenverband der GKV. “Mother Hood” fordert den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Über “Mother Hood e.V.”

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.