5. Mai – Düsseldorf: Demo am Welthebammentag

„Es reicht!“ sagen die Hebammen – auch uns Eltern reicht es schon lange!

Am 5. Mai ruft der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. zur Demo in Düsseldorf auf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Hebammen, Mütter und Familien: Partnerschaft fürs Leben!“. Am Welthebammentag wollen wir Eltern die Hebammen in ihrer Forderung nach würdevollen (Arbeits-) Bedingungen während der Geburten unserer Kinder unterstützen und gemeinsam mit ihnen auf die Straße gehen.

Los geht es ab 11 Uhr auf dem Burgplatz (Demo + Kundgebung von 11.30 Uhr bis 13 Uhr)

Alle weiteren Infos zur Veranstaltung findet Ihr auf www.hebammen-nrw.de.

Packt eure Kinder ein und kommt zum Burgplatz! Gemeinsam für eine #sichereGeburt!

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Filmgespräch: Wie steht es um Geburtskultur und Hebammensituation in Düsseldorf

Einsame Geburt Hebammen Düsseldorf

Gemeinsam mit der Hebammenzentrale und dem Geburtshaus Düsseldorf laden wir Dich herzlich zur Düsseldorfpremiere von Nadine Peschels Film „Einsame Geburt – Hebammen in Not“ ein. Anschließend diskutieren wir mit Hebammen, Müttern und dem Publikum über Geburtskultur und die aktuelle Versorgungssituation von Schwangeren und frischgebackenen Eltern in Düsseldorf.

Wann: Sonntag, 6. März – 15 bis 17 Uhr
Wo: Filmwerkstatt Düsseldorf, Birkenstraße 47

Die Teilnahme ist kostenlos!

Folge der Veranstaltung auf Facebook: Filmgespräch „Einsame Geburt – Hebammen in Not“

Komm auch zum March of Roses, um 12 Uhr auf dem Burgplatz! Weil jede Frau unter der Geburt eine würdevolle Behandlung verdient.

 

Kasseler Erklärung: Eltern fordern Mitbestimmung und Reform der Geburtskultur

Kasseler Erklärung Geburtskultur 2015

Aus medizinischer Sicht gibt es keine Notwendigkeit für die in Deutschland bestehenden hohen Frühgeburten-, Interventions- und Kaiserschnittraten. Eine angstfreie Schwangerschaft, eine natürliche Geburt mit einer zurückhaltenden Geburtshilfe und eine intensive Betreuung im Wochenbett sind immer seltener die Regel. Eltern, als weitaus größte Interessensgruppe in diesem Konflikt und auch als Treuhänder der Rechte ihrer Kinder, erheben nun ihre Stimme und fordern ihre Rechte ein!

Die Umsetzung der Menschenrechte im Umfeld der Geburt wird in Deutschland immer weiter erschwert und vielerorts kann nicht einmal mehr eine adäquate Gesundheitsversorgung werdender und junger Mütter gewährleistet werden. In Kassel versammelten sich am Samstag, dem 10. Oktober 2015 VertreterInnen von zahlreichen Elterninitiativen und Vereinen und engagierte Einzelpersonen aus der gesamten Bundesrepublik zu einem zweiten Treffen des Netzwerks der Elterninitiativen für Geburtskultur. In der Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur vom 10. Oktober 2015 verlangen Eltern ein Mandat zur Mitbestimmung und fordern einen Perspektivwechsel hin zu Menschlichkeit in der Geburtshilfe.

Die Erklärung wurde gemeinsam von 27 Organisationen, darunter auch Mother Hood e.V., und zahlreichen engagierten Einzelpersonen verfasst und erstunterzeichnet.

Zum Dokument: Kasseler Erklärung zur Reform der Geburtskultur (PDF)

Antrag gestellt: Hebammenwesen soll immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe werden

Hebammen-Kultur Antrag als UNESCO-Weltkulturerbe gestellt

Vor einem halben Jahr hatte die dreifache Mutter Deike Terruhn eine geniale Idee. Nun haben der Deutsche Hebammenverband (DHV), der Bund freiberuflicher Hebammen Deutschlands (BfHD) und der gemeinnützige Verein „Hebammen für Deutschland“ (HfD) bei der deutschen UNESCO-Kommission die Aufnahme des Hebammenwesens als immaterielles Weltkulturerbe beantragt.

Überall auf der Welt begleiten Frauen andere Frauen durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. Dieses Wissen und Können wurde seit Menschengedenken von Generation zu Generation weitergegeben, verändert, erweitert. Es gehört zu den wichtigsten Kulturgütern der Menschheit. Es dient der Gesundheit von Frauen und Kindern und ermöglicht Eltern einen guten Start als Familie. Es braucht den Schutz als immaterielles Weltkulturerbe!

„Es ist dringend an der Zeit, das Hebammenwesen in die Liste des immateriellen Weltkulturerbes aufzunehmen“, fordert Lisa von Reiche, Hebamme und HfD-Vorstandsmitglied. „Wir sind daher sehr dankbar, dass Barbara Hirt vom Elternmagazin kidsgo zusammen mit Deike Terruhn die Initiative ergriffen hat, für uns Hebammen den Antrag vorzubereiten. „Hierzulande droht Hebammenwissen nämlich verloren zu gehen – mit allen Konsequenzen für Frauen, Kinder und Familien. Es gibt viele sehr wichtige Argumente, Hebammenarbeit für die Familien unter besonderen Schutz zu stellen.“

Über 60 Seiten umfasst der Antrag, den Barbara Hirt und Deike Terruhn in enger Zusammenarbeit mit den Hebammenverbänden und dem HfD verfasst haben. „Wir sind stolz und glücklich und wünschen uns sehr, dass auch alle künftigen Schwangeren durch eine dieser wunderbaren weisen Frauen durch die Zeit der Schwangerschaft, der Geburt und das Wochenbett begleitet werden“, so Barbara Hirt. „Es drohen jahrtausende Jahre altes Wissen und Traditionen zum Wohle und zum Schutz von uns Frauen verloren zu gehen. Einen solchen Einschnitt in elementare Frauenrechte und Frauenangelegenheiten dürfen wir nicht hinnehmen.“

Wir vom Elternprotest drücken ganz fest die Daumen, dass der Antrag angenommen wird!

Weitere Infos:

27. September: Film Hebammen in Not in Köln

Die Mother Hood-Gruppe Köln hat eine Vorführung des Films „Einsame Geburt – Hebammen in Not“ mit Podiumsdiskussion organisiert.

Der Film von Nadine Peschel begibt sich auf die Suche nach Antworten auf die Fragen, ob der Hebammenberuf eine Zukunft hat, wer die Schuld an der augenblicklichen Misere in der Geburtshilfe trägt und welche Lösungsvorschläge die verschiedenen Akteure aus Politik, Versicherungswirtschaft und den Verbänden haben.

Wann: Sonntag, 27.9.2015 um 14 Uhr

Wo: Odeon Kino Köln, Severinstr. 81

Eintritt: 7,50 Euro

Die anschließende Podiumsdiskussion (gegen 15:15 Uhr bis 16 Uhr) ist hochkarätig besetzt: zwei KinderärztInnen, eine Oberärztin des Klinikums Holweide, eine Lokalpolitikerin, eine Elternvertreterin und NATÜRLICH Kölner Hebammen!

(Trailer Veröffentlicht am 22.04.2015, Copyright 2015 bei PARPAR Production)

„Wo ist eigentlich das Problem?“

Druck

Warum ist die Lage bezüglich der Hebammen so schlimm? Dies ist eine der häufigsten Fragen, die uns gestellt werden. Hier eine ausführliche Antwort von Eva Abert, Vorstand von Mother Hood e.V.:

Freiberufliche Hebammen arbeiten als Beleghebammen in Krankenhäusern, betreuen Geburten in Geburtshäusern und daheim und bieten Vorsorge und Wochenbettbetreuung an. Nicht jede macht alles, einige machen auch nur Teile obiger Aufzählung.

Bedroht ist aktuell alles, was mit Geburtsbegleitung zu tun hat, denn dafür beträgt die Versicherung seit dem 01.07.2015 über 6.000 € jährlich, die kaum für eine Hebamme zu erwirtschaften sind. Daher haben viele die Geburtshilfe aufgegeben, bzw. geben jeden Tag weitere Hebammen auf.

Davon unabhängig wird es ab Mitte 2016 gar kein Versicherungsangebot mehr für die Geburtshilfe von Hebammen geben. Damit dürfen sie faktisch nicht mehr geburtshilflich arbeiten.

In manchen Regionen übernehmen die freien Hebammen den Löwenanteil an Beleggeburten in Kliniken. Fallen diese Hebammen weg, muss eine festangestellte Hebamme in der Klinik plötzlich nicht „nur” 3 Frauen parallel betreuen, sondern 8 oder 9 … Dabei ist eine 1:1-Betreuung die deutlich sicherste Methode, ein Kind zu gebären.

Zudem haben in den letzten Jahren weit über 300 (!) geburtshilfliche Stationen geschlossen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich genug waren. Die Anfahrtswege werden immer weiter; in Berlin ist es keine Seltenheit mehr, dass Frauen unter der Geburt 3 bis 5 Krankenhäuser anfahren müssen, um überhaupt die Chance auf ein Zimmer zu haben. Dabei steigt ab einer Anfahrtszeit von 20 Minuten das Risiko für Mutter und Kind signifikant.

Die Kapazitäten in den Krankenhäusern sind nicht darauf ausgelegt, die wegfallende Arbeit der Beleghebammen aufzufangen – weder räumlich noch personell. Frauen werden auf den Gängen, in CTG-Zimmern oder auf den Parkplätzen ihre Kinder bekommen, es wird keiner da sein, der sich um sie kümmert und ihre Ängste wahrnimmt, wichtige Zeitpunkte werden verpasst werden. Das wird wiederum zu einer noch höheren Kaiserschnittrate und einem höheren Risiko für tödliche Komplikationen führen.

Zudem sind Ärzte in Deutschland nicht dafür ausgebildet und haben auch nicht nur im Ansatz die Zeit, ganze Geburten zu begleiten. Im Gegenteil: Sie sind gesetzlich sogar verpflichtet, zu jeder Geburt (auch zu Kaiserschnitten!) eine Hebamme dazu zu rufen. Und dazu ausgebildet, in Notfällen eingreifen zu können – nicht, eine physiologische Geburt zu unterstützen.

SO sieht die Zukunft der Klinikgeburten aus, wenn alles so weiter läuft.

Frauen, die das nicht wollen, haben keine Alternative mehr. Geburtshäuser werden keine Geburten mehr begleiten und Hausgeburten mit einer begleitenden Hebamme wird es nicht mehr geben.

Da viele Hebammen von den niedrig vergüteten Leistungen Vorsorge und Wochenbettbetreuung nicht leben können, orientieren sie sich beruflich komplett um, so dass auch diese Angebote wegfallen.

Das alles steht uns bevor, weil Deutschlands Politiker ihre gesellschaftliche Verantwortung und die Krankenkassen ihren Versorgungsauftrag nicht wahrnehmen.

Daher setzen wir uns bei Mother Hood e.V. aktiv für eine sichere Geburt unabhängig vom Geburtsort ein. Bitte unterstützt uns und werdet bei Mother Hood e.V. aktiv, auch außerhalb von Facebook – sei es, dass ihr euch bei Aktionen einbringt, unsere Fachgruppen mit eurem Know-how bereichert oder durch eure Mitgliedschaft, die unserer Arbeit mehr Gewicht verleiht!

Wir brauchen euch!

Eva Abert
Vorstand Mother Hood e.V.
Juli 2015

PS Hier geht es zur Beitrittserklärung

 

Tipp: Kölner Geburtstag zeigt Microbirth am 5. September 2015

KölnerGeburtsTag

Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?
Initiative Kölner GeburtsTag zeigt Dokumentation „Microbirth“ mit Podiumsdiskussion

Köln, August 2015 – Am 5. September lädt die Initiative Kölner GeburtsTag um 19 Uhr ins Seminarhaus „Tante Astrid“ zu der Dokumentation „Microbirth“ ein. In dem Film erläutern Wissenschaftler aus der ganzen Welt die Bedeutung der natürlichen Geburt für ein gesundes Immunsystem des Menschen, welches der Entwicklung bestimmter Immunerkrankungen, wie etwa Asthma, Diabetes Typ 1, Fettleibigkeit oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegenwirken kann.
Im Anschluss an den Film findet eine Podiumsdiskussion zu der Frage „Was hat die Zukunft der Menschheit mit den Geburten von heute zu tun?“ statt.
Die Journalistin Anke Bruns, bekannt aus der WDR-Lokalzeit Köln, wird die Diskussion moderieren. Für die Podiumsrunde haben unter anderem Gynäkologen, Hebammen und Elternvertreter sowie Lokalpolitiker zugesagt.
Veranstaltungsort: 5. September, 19 Uhr, Seminarhaus „Tante Astrid“, Aachener Str. 48 in Köln. www.tante-astrid.de. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Infos zum Film
Der Film „Microbirth“ betrachtet die Geburt auf eine neue Weise: durch das Objektiv eines Mikroskops. Wie wir gebären hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Anhand von Aussagen namhafter Wissenschaftler aus Großbritannien und Nordamerika untersuchen die Filmemacher, wie sich moderne Geburtspraktiken, wie zum Beispiel der Kaiserschnitt, auf das Leben und die Zukunft der Menschen auswirken.
„Microbirth” ist eine unabhängige Produktion von Alto Films Ltd. Der Film wurde produziert von britischen Filmemachern, Toni Harman und Alex Wakeford. Ihr vorheriger Film „Freiheit für die Geburt” erlebte seine Premiere 2012 in über 1.100 öffentlichen Vorführungen in 50 Ländern.

www.microbirth.com

Infos zur Podiumsdiskussion
Für die anschließende Podiumsrunde haben folgende Personen zugesagt:
Dr. Katharina Hartmann, Vertreterin „Human Rigths In Childbirth“ für Deutschland
Prof. Dr. Sabine Dörpinghaus, Hebamme, Krankenschwester und Doktorin der Pflegewissenschaft
Dr. med. Markus M. Valter, geschäftsführender Oberarzt der Universitätsklinik Gynäkologie und Geburtshilfe Köln
Dr. Michael Paetzold, Hausarzt und stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses der Stadt Köln (SPD)
Prof. Dr. Werner Neuhaus, Chefarzt der Geburtshilfe Köln Holweide
Frau Müller-Markfort, Hausgeburtshebamme, Präsidentin Deutscher Fachverband für Hausgeburtshilfe (DFH)
Antje Stulz, Vertreterin „Doulas in Deutschland e.V.“
Katharina Desery, Vertreterin „Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt und 1. Lebensjahr“, Regionalgruppe Köln/NRW

Über den Kölner Geburtstag
Drei kreative Frauen mit zusammen zehn Kindern haben 2010 ehrenamtlich eine Initiative rund um Schwangerschaft und Geburt ins Leben gerufen. Sie veranstalten den Kölner GeburtsTag, der einmal im Jahr stattfindet. Sie haben den Tag gegründet, um den Erhalt einer individuellen Geburtshilfe und einer positiven Geburtserfahrung zu fördern. Den Veranstalterinnen liegen die Humanisierung der Geburtshilfe und die Förderung der Hebammenarbeit am Herzen. Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach sind bedeutsame Lebensabschnitte für eine Frau, ihren Partner und das Kind. Die Familie wird sich ihr Leben lang daran zurück erinnern.
Zum „Kölner GeburtsTag 2015“ wird der Film Microbirth gezeigt, mit anschließender Podiumsdiskussion mit Blick auf die aktuellen, höchstproblematischen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich Schwangerschaft und Geburt.
Kölner Geburtstag im Netz: http://www.koelner-geburts-tag.de

Kasting kommentiert: Frau Merkel lässt Familien im Stich

Bianca Kasting lässt ihre Tochter ein paar Worte an Frau Merkel richten, die Deutschlands Familien ihr Wort gab und keine Handlungen folgen ließ. Familien stehen jetzt schon vielerorts ohne Hebammen da, die Geburtshilfe steht vor dem Kollaps.

Wachrütteln für eine normale Geburt – Kampagnen-Crowdfunding

Das Crowdfunding-Projekt „Normale Geburt“ von Dr. Christine Bruhn (Leiterin Geburtshaus Charlottenburg) braucht Eure Unterstützung! Und das Tolle an Crowfunding ist ja, dass viele Menschen mit kleinen Beträgen etwas zustande bringen können! Wenn Ihr also ein paar Euro übrig habt: ab damit in den Spendenhut 🙂

Hier ein kurzer Auszug aus der Projektbeschreibung:

Das Netzwerk der Geburtshäuser e.V. und der Förderverein normale Geburt e.V. kämpfen mit dieser Kampagne für die Selbstverständlichkeit physiologisch normaler Geburten und die Stärkung der Kompetenzen von Frauen, selbstbestimmt und mit Hilfe von erfahrenen Hebammen zu gebären.

Die normale, natürliche Geburt geht verloren. Erschreckende Zahlen lassen aufhorchen, denn inzwischen finden in Deutschland nur noch 7% aller Geburten ohne medizinisch-technische Eingriffe statt! Dabei könnten der WHO zufolge 70-80% aller Geburten „normal“ verlaufen. Und die Gesellschaft/ Politik trabt hinterher: Die Versicherungsproblematik der Hebammen ist nicht gelöst. Die Kampagne soll wachrütteln für das Glück kommender Kinder, die in Geborgenheit das Licht der Welt erblicken sollen!
(Quelle: Startnext-Kampagnenseite)

Mother Hood e.V. fragt die Krankenkassen: Zwangsdiagnostik für Schwangere?

Mother Hood Zwangsdiagnostik

Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V.

Bonn, 26. Juni 2015 – Die Gesetzlichen Krankenkassen wollen erstmals aus der umfassenden und uneingeschränkten Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen. So knüpfen sie die Übernahme von Entbindungskosten unter anderem an Zwangsuntersuchungen. Das ist das derzeitige Ergebnis aus den Verhandlungen zwischen dem GKV-SV und den Hebammenverbänden. Dagegen wendet sich die noch bis zum 30. Juni laufende Petition der Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ (www.change.org/elternprotest), die mittlerweile über 122.000-mal gezeichnet wurde – unter anderem von prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern wie Nina Hagen, Nena, Josefine Preuss, Willi Weitzel, Judith Holofernes, Sophie Schütt und Pablo Sprungala.

Doch ob der GKV-SV mit seinen Plänen wirklich die Interessen seiner Mitglieder vertritt, wollte die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ wissen und bat die 50 größten Gesetzlichen Krankenkassen um Stellungnahmen. Dabei ging es um die Frage, ob sich (werdende) Mütter auch zukünftig auf ihre Krankenkassen verlassen können.

Krankenkassen befürworten Einschränkung der Wahlfreiheit

Das Ergebnis ist ernüchternd: Entweder antworteten die Krankenkassen gar nicht oder mit einem Standardtext des GKV-SV und verwiesen auf die bevorstehende Schlichtung. „Es geht letztlich um die entscheidende Frage, ob werdende Eltern auch weiterhin Wahlfreiheit bezüglich des Geburtsortes haben,“ erläutert Eva Abert, Vorständin von Mother Hood e.V. „oder ob sie zukünftig durch eine Zwangsdiagnostik und weitere wissenschaftlich nicht belegte Kriterien in ihrem Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt werden.“ Lediglich eine Krankenkasse, die IKK Südwest, stellte im Sinne der Frauen über Einzelfallprüfungen in Aussicht, sollten die Pläne des GKV-SV umgesetzt werden.

Nun muss die bevorstehende Schlichtung zeigen, ob sich der GKV-SV mit seinen Plänen aufgrund eines Kriterienkatalogs durchsetzen kann, für den es – zumindest in Teilen – bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt. Bei Eintreten dieser Kriterien soll nach Willen des Spitzenverbandes künftig eine Zwangsdiagnostik erforderlich sein, um weiterhin im häuslichen Umfeld entbinden zu dürfen. Ansonsten droht den Frauen Leistungsverlust. Dieser Vorgang ist bisher einmalig, da laut Patientenrechtegesetz Versicherte das Recht haben, Behandlungen abzulehnen, ohne dass dies Einfluss auf die Leistungen hat.

Über die Petition

Mit einer Petition unter www.change.org/elternprotest wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch den Spitzenverband der GKV. “Mother Hood” fordert den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Über “Mother Hood e.V.”

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.