5. Mai – Düsseldorf: Demo am Welthebammentag

„Es reicht!“ sagen die Hebammen – auch uns Eltern reicht es schon lange!

Am 5. Mai ruft der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. zur Demo in Düsseldorf auf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Hebammen, Mütter und Familien: Partnerschaft fürs Leben!“. Am Welthebammentag wollen wir Eltern die Hebammen in ihrer Forderung nach würdevollen (Arbeits-) Bedingungen während der Geburten unserer Kinder unterstützen und gemeinsam mit ihnen auf die Straße gehen.

Los geht es ab 11 Uhr auf dem Burgplatz (Demo + Kundgebung von 11.30 Uhr bis 13 Uhr)

Alle weiteren Infos zur Veranstaltung findet Ihr auf www.hebammen-nrw.de.

Packt eure Kinder ein und kommt zum Burgplatz! Gemeinsam für eine #sichereGeburt!

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Filmgespräch: Wie steht es um Geburtskultur und Hebammensituation in Düsseldorf

Einsame Geburt Hebammen Düsseldorf

Gemeinsam mit der Hebammenzentrale und dem Geburtshaus Düsseldorf laden wir Dich herzlich zur Düsseldorfpremiere von Nadine Peschels Film „Einsame Geburt – Hebammen in Not“ ein. Anschließend diskutieren wir mit Hebammen, Müttern und dem Publikum über Geburtskultur und die aktuelle Versorgungssituation von Schwangeren und frischgebackenen Eltern in Düsseldorf.

Wann: Sonntag, 6. März – 15 bis 17 Uhr
Wo: Filmwerkstatt Düsseldorf, Birkenstraße 47

Die Teilnahme ist kostenlos!

Folge der Veranstaltung auf Facebook: Filmgespräch „Einsame Geburt – Hebammen in Not“

Komm auch zum March of Roses, um 12 Uhr auf dem Burgplatz! Weil jede Frau unter der Geburt eine würdevolle Behandlung verdient.

 

Elternprotest-Stammtisch der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung

Druck

Die Sommerpause ist vorbei! Wir von der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung laden Euch herzlich zu unserem 1. Elternprotest-Stammtisch ein.

Nach aktuellem Stand wird es ab Juli 2016 keine freiberuflichen Hebammen für Vorsorge, Geburtshilfe und Wochenbettbetreuung mehr geben. Die Versicherungswirtschaft bietet über diesen Termin hinaus keine Haftpflichtversicherung für Hebammen an – und ohne dürfen diese nicht arbeiten. Die Politik sitzt das Thema aus. Die Krankenkassen „brauchen keine freien Hebammen“. Unfassbar aus Elternsicht!

Ohne Hebammen gibt es keine sichere Geburtshilfe und Versorgung nach der Geburt. Wir Eltern wehren uns gegen diese Entwicklung. Sei auch Du dabei!

Wir treffen uns am 27.8.2015 um 19:30 Uhr im
Eiscafe Tiamo
Worringer Str. 142
40211 Düsseldorf
(Aus dem Bahnhof kommend rechts, unten im Kino)

Wir wollen:

  • uns kennenlernen und vernetzen
  • unseren Infostand auf dem Geburtshauströdel organisieren
  • Euch über den akutellen Stand und Neues aus dem Verein Mother Hood informieren
  • Ideen für zukünftige Aktionen besprechen

Wir freuen uns auf Euch!

Wenn möglich, schreibt uns kurz ob Ihr kommt an ak.elternprotest.dus@gmail.com. oder sagt auf Facebook zu (Link zur Veranstaltung). Dann können wir besser planen und entsprechend reservieren.

 

Dokumentarfilm: Einsame Geburt – Hebammen in Not

„Einsame Geburt – Hebammen in Not“ ist ein Crowdfunding-Projekt der Regisseurin Nadine Peschel. Innerhalb von nur vier Wochen ist genügend Geld für die Realisierung zusammen gekommen! Nun ist der Trailer online – über die Filmpremiere und wo Ihr Euch die Doku anschauen könnt, informieren wir, sobald wir mehr wissen.

(EDIT: Die Kinotermine findet Ihr unter: www.hebammeninnot.de)

Im Blog zum Film heißt es:

Der Film begibt sich auf die Suche nach Antworten: Wie gestaltet sich der Arbeitsalltag von Hebammen derzeit? Hat der Beruf noch eine Zukunft? Wer oder was ist schuld für die Misere? Welche FOLGEN und LÖSUNGSVORSCHLÄGE gibt es für das Problem?
Um ein allumfassendes Bild zu bekommen, lassen wir verschiedene Seiten zu Wort kommen: Einerseits Eltern, Hebammen (z. B. vom Geburtshaus Charlottenburg), Ärzte (z. B. Dr. med. Wolf Lütje vom Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus) und Bürgerinitiativen, andererseits Verbände (z. B. Martina Klenk vom Deutschen Hebammenverband), Politiker (z. B. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe), Versicherer (z.B. GDV) und Krankenkassen (z. B. GKV-Spitzenverband) sowie Juristen (z. B. Dr. Ann-Kathrin Hirschmüller).

Der Film bettet das Problem also in den gesellschaftlichen Rahmen ein. Und er prüft, ob und wie das Problem in anderen europäischen Ländern aussieht und ggf. gelöst wird.

Weitere Informationen findet ihr unter hebammeninnot.de – dort werden unter anderem auch die Protagonisten/Interviewpartner vorgestellt. Schaut einfach mal vorbei.
Auf Facebook gibts Infos auf der Filmseite: https://www.facebook.com/HebammenInNot

(Trailer Veröffentlicht am 22.04.2015, Copyright 2015 bei PARPAR Production)

Aktion in Bonn: Wo ist meine Hebamme?

ElternprotestBonn

Am Samstag, dem 21.03.2015 um 11 Uhr findet in Bonn eine Protestaktion auf dem Bonner Marktplatz, vor dem Alten Rathaus, statt.

Kleidet Euch dunkel, kommt zum Alten Rathaus, gesellt euch in den Kreis – den Sprechchor der Empörten – „Wo ist MEINE Hebamme?!!!“, macht mit bei der kleinen einfachen „Choreographie“, die sich mehrmals wiederholt …

Ein Jahr nach der letzten Protestaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium versammeln sich die Familien wieder, um auf die nach wie vor unsichere Situation der Hebammen aufmerksam zu machen. Denn die Haftpflichtprämien sind vor allem für die freiberuflichen Hebammen weiter immens gestiegen (500 Euro im Monat). Wie andere Gesundheitsberufe mit der gleichen Problematik stehen sie vor dem Aus. Im kommenden Jahr wird das gesamte Hebammenversorgungssystem zusammenbrechen!

Es liegt kein Versicherungsangebot vor. Dies gleicht einem Berufsverbot, da Hebammen ohne Versicherung nicht arbeiten dürfen. Die Gesundheit von Müttern, Babys und der ganzen Familie ist bedroht.

Wir fordern:

  • eine gesicherte Grundversorgung durch eine Hebammenbetreuung in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett bis Ende des 1. Lebensjahres des Kindes
  • einen staatlichen Haftungsfonds für Hebammen und alle Gesundheitsberufe
  • eine sichere und interventionsarme Geburt durch eine 1:1 Hebammenbetreuung Zuhause, im Geburtshaus und Klinik (siehe internationale Studien, Bsp. Cochrane Studie 2013)
  • Wohnortnahe geburtshilfliche Versorgung
  • Erhalt unseres Rechts auf Wahlfreiheit des Geburtsortes

Du bist auf Facebook? Lade auch Deine Freunde zur Veranstaltung ein!

Bundesrat zweifelt an Tauglichkeit des Regressverzichts

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 06.02.2015 das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz beraten, welches unter anderem auch den geplanten Regressverzicht der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen enthält, die nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich Geburtsschäden verursachen.
Die Länderkammer anerkennt zwar in ihrer ungewöhnlich umfangreichen Stellungnahme das Bemühen der Bundesregierung zu einer Lösung der Haftpflichtproblematik, hegt aber – wie der BfHD auch – erhebliche Zweifel daran, ob der Regressverzicht in rechtlicher und materieller Hinsicht in der Lage ist, eine nachhaltige Lösung zu ermöglichen.
Der Bundesrat wiederholt vielmehr seine von der Bundesregierung unbeachtete Entschließung vom Juli letzten Jahres, in der er vorschlug, über Hebammen hinaus für den medizinischen Bereich eine Lösung zu suchen, gegebenenfalls mit öffentlich-rechtlicher Absicherung. (S. Schmuck auf Facebook)

Fazit: Der aktuelle Gesetzesentwurf wird den Bundesrat nicht passieren.
Auch die Elterninitiative Hebammenunterstützung äußerte in ihrer Stellungnahme bereits Bedenken zur Wirksamkeit und rechtlichen Zulässigkeit der im Gesetz vorgeschlagenen Maßnahmen. Eine notwendige zeitnahe Lösung mit langfristiger Sicherheit steht weiterhin aus.

Hier könnt Ihr über Facebook Kontakt zum Bundesgesundheitsministerium aufnehmen und Eure Fragen stellen, wie es aktuell und nach 2016 weitergehen soll: https://www.facebook.com/bmg.bund/posts/418556891640828

Schaut auch hier: Stellungnahme des Landesverbandes der Hebammen NRW

Nachfolgend die Stellungnahme des Bundesrats im Wortlaut:

Zu Artikel 11 Nummer 61 (§ 134a Absatz 5 SGB V)
a) Der Bundesrat unterstützt das Anliegen der Bundesregierung, eine dauerhafte und tragfähige Lösung zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung der Versicherten durch freiberuflich tätige Hebammen zu finden.

b) Der Bundesrat hegt jedoch Zweifel daran, dass der in einem neuen § 134a Absatz 5 SGB V vorgesehene begrenzte Ausschluss der Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen tatsächlich dazu geeignet ist, die Berufshaftpflichtversicherung für freiberuflich tätige Hebammen bezahlbar zu machen und die Angebotsseite des Versicherungsmarktes nachhaltig zu beleben.

c) Der Bundesrat weist darauf hin, dass noch im Jahr 2013 die damalige Bundesregierung keine Aussage dazu machen konnte, wie sich eine entsprechende Regressbegrenzung und die damit verbundene Reduzierung des Schadenaufwands auf die individuelle Prämiengestaltung der Haftpflichtversicherer im Detail auswirken würde (vgl. BT-Drucksache 17/14316, Antwort zu Frage 3c).

d) Der Bundesrat stellt fest, dass aus dem nunmehr in der Begründung des Gesetzentwurfs enthaltenen Hinweis auf den Anteil der Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen an den insgesamt ausgeglichenen Schadenssummen nicht hervorgeht, welchen Anteil hierbei wiederum die vorsätzlich oder grob fahrlässig verursachten Schäden ausmachen. Für diese soll jedoch ein Regress zukünftig weiterhin möglich sein. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hat in diesem Zusammenhang gefordert, den Regressausschluss auch auf grob fahrlässig verursachte Schäden zu erstrecken, da andernfalls die vom Gesetz beabsichtigte Entlastung der Versicherer deutlich geringer ausfallen würde.

e) Aus Sicht des Bundesrates bestehen Zweifel, ob selbst in dem Fall, dass sich eine Reduzierung der auszugleichenden Schadenssummen in der angenommenen Höhe von 25 bis 30 Prozent im vergleichbaren Verhältnis mindernd auf die Versicherungsprämien auswirken würde, die angesichts der aktuellen Höhe der Jahresbeiträge von über 5000 Euro ausreichend wäre, um die von der Bundesregierung erwarteten positiven Effekte zu bewirken.

f) Der Bundesrat stellt mit Bedauern fest, dass die Bundesregierung die rechtlichen und tatsächlichen Bedenken nicht auszuräumen vermag, die einerseits im Hinblick auf die Beschränkung des Regressausschlusses nur auf die Berufsgruppe der Hebammen und andererseits auch dahingehend bestehen, dass die Versichertengemeinschaft bei einem Regressverzicht zu Gunsten der privaten Versicherungswirtschaft für die Behandlungskosten bei Geburtsschäden möglicherweise sogar mit steigenden (Zusatz-)Beiträgen und Versicherungsprämien aufkommen soll.

g) Daher verweist der Bundesrat auf seine in der 924. Sitzung am 11. Juli 2014 gefasste Entschließung (vgl. BR-Drucksache 265/14 (Beschluss) und hält an der darin formulierten Bitte an die Bundesregierung fest,

aa) eine Versicherungslösung für Haftpflichtschäden bei der Geburtshilfe durch Hebammen zu entwickeln, die unter anderem durch eine breite Einbeziehung sowie gegebenenfalls einer öffentlich-rechtlichen Absicherung der Risiken der derzeitigen Prämiendynamik entgegenwirkt und eine zusätzliche Belastung der Beitragszahler zur gesetzlichen und privaten Krankenversicherung vermeidet, und

bb) eine Versicherungslösung zu entwickeln, deren weiteres Ziel es ist, neben der Absicherung des Haftungsrisikos bei der Geburtshilfe durch Hebammen zu dem perspektivisch eine allgemeine Haftpflichtabsicherung gegen Medizinschäden zu ermöglichen.
(Quelle: 641-14 Beschlussdrucksache (PDF) des Bundestages ab Seite 86, Punkt 65)

Mach mit: Öffentliche Anhörung im Landtag – Zukunft der Geburtshilfe

Mach mit! Wir bewegen was! Elternprotest Münster

Das ist unser Thema! Kommt mit, zeigt mit Eurer Anwesenheit, dass hier endlich was passieren muss!

Am 04.02.2015 (Mittwoch) um 13.30 Uhr findet eine öffentliche Anhörung im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf statt.

Thema:
„Zukunft der Geburtshilfe, der Vor- und Nachsorge für Mütter sowie ergänzende und unterstützende Angebote für Eltern und Familien durch Hebammen sichern – Wahlfreiheit für werdende Mütter erhalten“

Wir treffen uns um 13.15 Uhr im Foyer.
(Bitte bringt Euren Personalausweis mit)

Hier findet ihr die Einladung (PDF):
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MME16-1044.pdf

Und wer nochmal allgemein schauen will (Termine 4. Februar, Landtag NRW):
http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/Webmaster/GB_I/I.1/Aktuelle_Termine.jsp?maxRows=1000&toolbarShow=off&filterMaske=off&von_datum=20150204&bis_datum=20150204&kMonat=2&kJahr=2015

Keine Zeit zu kommen? Dann unterstütze uns mit Deiner Unterschrift:
Immer noch aktuell – Die Elternpetition

Mach mit: Mach was!


Stellungnahmen zur öffentlichen Anhörung
(offizielle Dokumente des Landtag NRW):

Stellungnahme Versorgungsstärkungsgesetz Elternprotest

Hier könnt Ihr das Fazit der bei der Aktion „Zappenduster“ angekündigten Stellungnahme lesen. Der komplette Text wurde am 10. November auf www.hebammenunterstützung.de veröffentlicht.

Die Angaben des möglichen Effekts eines Regressverzichts durch die Sozialversicherer in der Höhe der Haftpflichtversicherungen sind äußerst vage und differieren stark. Bestenfalls steht zu erwarten, dass, so es denn weitere Angebote geben wird, die Beiträge auf dem jetzigen hohen Niveau stagnieren (vgl. Bericht der IMAG Hebammenhilfe). Dieses ist jedoch für die freien Geburtshelfer*innen bereits heute kaum leistbar. Auch Geburtshäuser und kleinere Geburtskliniken, insbesondere jene mit Belegsystemen (Ärzte und/oder Hebammen) leiden unter derselben Problematik, bleiben jedoch unberücksichtigt. Bei den Beteiligten wird der vorliegende Entwurf maximal als kleiner Zwischenschritt auf dem Weg hin zu einer nachhaltigen Lösung betrachtet, für die bis heute keine Vorschläge vorliegen. Die voraussichtliche Verabschiedung nicht vor Frühjahr des kommenden Jahres verstärkt im Übrigen die Unsicherheit unter den Hebammen, da bis dahin keine Vorlage eines verbindlichen Versicherungsangebotes möglich ist. In der Folge geben weitere Hebammen ihre geburtshilfliche Tätigkeit schon heute auf.

Zusammenfassend lässt sich konstatieren, dass der Gesetzesentwurf durchaus auf Bedenken rechtlicher Art stößt, welche nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen sind. Diese könnten durch mögliche gerichtliche Prüfungen bestätigt oder ausgeräumt werden. Es steht zu befürchten, dass das gesamte Verfahren dadurch noch länger andauert und bis zum Inkrafttreten die Angebote in der Geburtshilfe noch weiter ausgedünnt werden, was Gefährdungen der Gesundheit von Müttern und Kindern zur Folge hat.

Neben der notwendigen Betrachtung zur Gesamtlage der Geburtshilfe in Deutschland und auch der prekären Situation der Hebammen im Besonderen gestatten Sie uns eine Anmerkung:

Wir Eltern sehen in der Fokussierung der spezifischen Probleme des Berufsstandes der Hebammen und Entbindungspfleger nicht den Willen das System der deutschen Geburtshilfe aus Sicht derjenigen zu betrachten, die direkt betroffen sind: Die Frauen und Kinder. Das Bundesgesundheitsministerium reagiert auf Symptome ohne für die exakte Anamnese zu sorgen. Diese, so wissen wir, erfolgt immer im Gespräch mit dem Patienten. Es reich also nicht über die Frauen und Kinder zu reden. Suchen Sie das Gespräch mit uns, den Familien!

Die heterogene Gruppe der Hebammen, Ärzte und Kliniken steht einer homogenen Gruppe von Frauen gegenüber, deren einziger Wunsch es ist, die derzeit ca. 670.000 Kinder jährlich gesund und sicher, aber auch selbstbestimmt und in Würde unter der freien Wahl des Geburtsortes auf die Welt zu bringen. Dieses Recht ist in der Europäischen Rechtsprechung bereits 2010 im Urteil Ternovszky/Ungarn (67545/09) bestätigt worden. In der Begründung machte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte explizit darauf aufmerksam, dass der Staat dafür Sorge tragen muss, die Rahmenbedingungen für diese Entscheidung so zu gestalten, dass sie frei von Angst getroffen werden kann. Der geplante Regressverzicht mag uns allen nun höchstens ein weiteres Jahr geben, um langfristige nachhaltige Lösungen zu erarbeiten, wie es auch die Forderung Ihrer Länderkolleg*innen auf der Gesundheitsministerkonferenz Ende Juni in Hamburg war. Bitte berücksichtigen Sie, dass sich Nachhaltigkeit nur durch Mitsprache erreichen lässt. Wenn Sie mit diesem vorliegenden Gesetzentwurf u.a. auch eine Stärkung der Patientenrechte voran bringen wollen, wird es unerlässlich sein, auch mit uns in das Gespräch zu kommen. Sichere Geburtshilfe kann nur wohnortnah sein. Qualität in der Geburtshilfe wird nicht ausschließlich durch das Abarbeiten großer Fallzahlen erreicht. Das System ist an vielen Stellen absurd finanziert. Wir bitten Sie, uns künftig als eigenständige Gesprächspartner wahrzunehmen. Wir Familien sind nicht Lobby für Partikularinteressen verschieden organisierter Berufsgruppen. Wir Familien sind Kern der Gesellschaft.

Politik schaut der Geburtshilfe beim Sterben zu

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Presseinformation der Elterninitiative Hebammenunterstützung vom 23.09.2014

Ab in’s Bett!
Politik schaut der Geburtshilfe beim Sterben zu

Paare, die noch mit der Sicherheit einer Hebammenbegleitung Kinder gebären wollen, sollten wissen: Der Countdown läuft! Nur wer noch heute, bis spätestens zum 7. Oktober, ein Kind zeugt, der kann auf eine Begleitung durch versicherte Hebammen hoffen.

„Die durchschnittliche Dauer einer Schwangerschaft berücksichtigt, läge der mögliche Entbindungstermin dann in etwa bei Ende Juni. Bis dahin laufen die aktuellen Versicherungen der Hebammen. Danach gibt es für freiberufliche Hebammen kaum bis keine akzeptablen Angebote zur Versicherung in der Geburtshilfe“, informiert der Elternprotest Hebammenunterstützung am 23. September.

Ab Juli 2015 wird es nur noch für die über den Deutschen Hebammenverband versicherten Geburtshelferinnen ein Angebot bis 2016 geben. Dies allerdings zu deutlich schlechteren Konditionen als bisher, was bspw. die Haftungssumme angeht.  Dafür jedoch erneut einhergehend mit einer Kostensteigerung von rund 20 Prozent. Weiterhin stehen insbesondere jene Hebammen, die sich (noch) der Geburtshilfe verpflichtet fühlen, vor den Scherben ihrer beruflichen Existenz. Jene, die bisher nicht im DHV organisiert waren, werden zu einer Mitgliedschaft förmlich gezwungen.

„Wie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe weiter mit der Kunde einer Lösung durch die Lande ziehen kann, ist uns schleierhaft“, wundert man sich beim Elternprotest.
„Die fehlende Haftpflichtversicherung ist lediglich eines von vielen Symptomen des desolaten Zustands der deutschen Geburtshilfe“, betonen die Aktivistinnen.

Faktisch finde man schon heute an (zu) vielen Orten der Republik weder eine Hebamme für die Geburtsbegleitung noch für die Nachsorge. Wobei gerade in letzterem Punkt die Politik nicht müde wird, zu betonen, dass die Betreuung in Wochenbett und Stillzeit nach wie vor gewährleistet sei: „Das sind dreiste Lügen der Politiker oder Ausdruck völliger Unkenntnis der Materie“, stellen die Elternaktivisten fest. Bereits die IGES-Studie mit Daten aus den Jahren vor 2010 weist auf eine Unterversorgung in vielen Gebieten hin. „Diese Studie ist wesentlicher  Bestandteil des Abschlussberichtes der Interministeriellen Arbeitsgruppe unter Gröhe“, erläutert der Elternprotest und ergänzt „Niemand kann also behaupten, man kenne die Zahlen nicht. Und die Situation hat sich seither nicht verbessert“.  So verweisen die Elternaktivist*innen auf die zahlreichen freien Hebammen, die in einigen Bundesländern den Klinikbetrieb in der Geburtshilfe aufrechterhalten. In Bayern werden nach Angaben des Hebammenverbandes 60 Prozent der Kinder von freien Hebammen während der Geburt begleitet. Sie verweisen außerdem auf die Kliniken in der Fläche mit unter 500 Geburten jährlich, die laut einer Kassenstudie aus 2014 vor dem wirtschaftlichen Aus stehen.  In der Bewertung durch die Kassen heißt es u.a., dass „eine optimale Behandlungsqualität höher einzuschätzen sei, als die wohnortnahe Versorgung in dünn besiedeltem ländlichem Raum“.

„Was man bei den Kassen offensichtlich unter optimaler Behandlungsqualität versteht, sehen wir gerade im Norden Deutschlands“.  Mit großer Sorge blicken die Aktivist*innen nach Sylt und Ostholstein. Beides Regionen, in denen geburtshilfliche Kliniken bereits geschlossen haben. „Zwei Kinder wurden innerhalb kürzester Zeit in einem Rettungswagen geboren. Die Kaiserschnittrate der Sylterinnen liegt bei fast 100 Prozent mit dramatischen Folgen für die Gesundheit von Mutter und Kind, wie Hebammen aus der Nachsorge berichten“.

Von der Politik fühlen sich die Eltern größtenteils im Stich gelassen: „Nun wissen wir, was die Bundesregierung darunter versteht, wenn sie im Koalitionsvertrag davon spricht, die „Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung mit Geburtshilfe ist uns wichtig“. Die rechnen einfach auch jeden Rettungswagen mit ein!“

Weiterhin hieß es, man werde „die Situation der Geburtshilfe und der Hebammen beobachten“. „Sie wollen dem ohnehin schon mit Mängeln behafteten System beim Sterben zusehen“, stellt man im Elternprotest fest. „Möge Gott, oder wer auch immer, verhüten, dass es wirklich zu Todesfällen kommt“. Die Statistik arbeite an dieser Stelle traurigerweise gegen die Politik, ergänzen die Eltern.

Sie setzen sich auch künftig für eine sichere Geburtshilfe in Deutschland ein, die die Rechte der Kinder und Frauen auf eine unversehrte Geburt wahrt, und fordern, Elternvertreter mit an die Verhandlungstische zu setzen.

Hinsichtlich der Aufforderung, sich mit der Zeugung doch zu beeilen, setzen die Aktivist*innen augenzwinkernd hinzu: „Natürlich wissen wir, dass es dazu keines Bettes bedarf“. Einer Hebamme bei jeder Geburt jedoch schon.

Weitere Informationen und Ansprechpartner unter: www.hebammenunterstützung.de

Unterversorgung in der Wochenbettbetreuung: In Düsseldorf fehlen Hebammen

Infostand Elternprotest Düsseldorf

Pressemitteilung vom 10.09.2014

Entgegen des bundesweiten Geburtenrückgangs kommen in Landeshauptstadt immer mehr Kinder zur Welt. In Düsseldorf fehlen jedoch Hebammen, die die Familien kurz nach der Geburt betreuen. Hebamme Isabelle Rosa Bian vom Geburtshaus Düsseldorf rät allen Schwangeren, sich so früh wie möglich eine Hebamme für die Zeit nach der Geburt zu suchen. Sie weiß, dass einige Frauen 20, 30 Hebammen kontaktieren müssen. Sie selbst erhält wöchentlich unzählige Anfragen, denen sie absagen muss. Rosa Bian mutmaßt, dass es schon einige Wöchnerinnen gibt, die nach der Geburt auf sich allein gestellt sind. Genau weiß das niemand. Welche langfristigen Folgen die fehlende Versorgung für die Frauen mit ihren Neugeborenen nach sich zieht, ist unklar. Klar ist jedoch, dass die Unterversorgung zunehmen wird. Durch die Kündigung der Berufshaftpflichtversicherung der freiberuflichen Geburtshelferinnen zum Juli 2016 werden zu diesem Zeitpunkt noch mehr Hebammen ihren Beruf aufgegeben haben. Ohne Haftpflichtversicherung dürfen sie nicht arbeiten. Für die Hebammen, die sich ausschließlich auf die Vor- und Nachsorge konzentrieren, erhöht sich die Haftpflichtprämie nach diesem Stichtag so drastisch, dass auch hier mit weiteren Berufsniederlegungen zu rechnen ist. Die Praxen der Frauen- und Kinderärzte sind jetzt schon überfüllt. Von dieser Seite können die jungen Familien keine Hilfe erwarten. Woher sie Unterstützung erhalten, ist ihnen selbst überlassen.

Wo überall in Deutschland Nachsorge-Hebammen fehlen, verdeutlicht der Deutsche Hebammenverband mit seiner „Landkarte der Unterversorgung“. Hier werden erstmals Zahlen zum Hebammenmangel erfasst. Um die Landkarte aktuell zu halten, ruft der Verband alle Schwangeren auf, ihren persönlichen Mangel zu melden. Die Karte ist auf der Internetseite www.hebammenverband.de/landkarte/ zu finden. Die Politik muss dringend handeln.

Lest auch hier:

NRZ vom 12.09.2014 Düsseldorfer Hebammen klagen über hohe Versicherungskosten

Rheinische Post vom 16.09.2014 Hebammen fürchten Engpass bei Wochenbett-Betreuung