5. Mai – Düsseldorf: Demo am Welthebammentag

„Es reicht!“ sagen die Hebammen – auch uns Eltern reicht es schon lange!

Am 5. Mai ruft der Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen e.V. zur Demo in Düsseldorf auf. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Hebammen, Mütter und Familien: Partnerschaft fürs Leben!“. Am Welthebammentag wollen wir Eltern die Hebammen in ihrer Forderung nach würdevollen (Arbeits-) Bedingungen während der Geburten unserer Kinder unterstützen und gemeinsam mit ihnen auf die Straße gehen.

Los geht es ab 11 Uhr auf dem Burgplatz (Demo + Kundgebung von 11.30 Uhr bis 13 Uhr)

Alle weiteren Infos zur Veranstaltung findet Ihr auf www.hebammen-nrw.de.

Packt eure Kinder ein und kommt zum Burgplatz! Gemeinsam für eine #sichereGeburt!

Advertisements

Freie Wahl des Geburtsortes soll künftig massiv eingeschränkt sein

Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverbandes (DHV) vom 20.02.2015:

Krankenkassen unterlaufen Willen des Gesetzgebers

Die gesetzlichen Krankenkassen fordern in den aktuellen Verhandlungen mit den Hebammenverbänden Ausschlusskriterien für Hausgeburten und verweigern Frauen die Bezahlung der Hausgeburt, sobald diese vorliegen.

Diese Ausschlusskriterien sind bisher nicht wissenschaftlich belegt. Zudem sollen Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren zur Geburt und der Wahl des Geburtsortes nicht ausreichend finanziert werden. Die Kassen fordern, beispielsweise auch die Überschreitung des errechneten Geburtstermins als Ausschlusskriterium für eine Hausgeburt zu definieren – davon ist allein schon die Hälfte aller Schwangeren betroffen. So wird faktisch ein Großteil der Hausgeburten künftig als private Leistung definiert. Das schränkt die freie Wahl des Geburtsortes für Frauen und ihr Selbstbestimmungsrecht massiv ein. Der Deutsche Hebammenverband hat deshalb heute die Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband zu diesem Punkt unterbrochen. Er fordert von den Krankenkassen die Entscheidungsfreiheit von Frauen bei der Wahl des Geburtsortes als Vertragsgrundlage anzuerkennen und auch künftig zu erhalten. Frauen darf weder das Recht noch die Kompetenz zur Mitsprache abgesprochen werden.

Die Forderung nach einem mündigen Patienten, der informierte Entscheidungen selbst trifft, gilt damit bei der Wahl des Geburtsortes nicht mehr. Den Frauen wird von den Kassen unterstellt, nicht selbst die beste Wahl für sich und ihr Kind treffen zu können. Martina Klenk, Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes e.V. meint dazu: „Seit wann bestimmen Krankenkassen über Frauen und ihre Kinder? Das ist anmaßend. Die Kassen überschreiten ihre Kompetenzen.“ 

Die Verträge zur Einführung eines Qualitätsmanagements können damit nicht abgeschlossen werden. Für die Hebammen bedeutet dies, dass sie vorerst auf eine dringend notwendige fünfprozentige Vergütungssteigerung verzichten müssen. Katharina Jeschke, Präsidiumsmitglied im DHV und Verhandlungsführerin meint dazu: „Wir Hebammen lassen uns von den Krankenkassen nicht erpressen. Wir verkaufen unsere Frauen nicht.“ Auch die Einführung des Sicherstellungszuschlags im Juli ist damit offen, da davor ein Qualitätsmanagementsystem vertraglich vereinbart sein muss. Der Willen des Gesetzgebers, die flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe zu erhalten, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten und die Hausgeburten besonders zu schützen wird damit von den Krankenkassen unterlaufen.

Der Hebammenverband protestiert gegen dieses Vorgehen zusammen mit Frauen, Eltern und weiteren Unterstützern unter www.unsere-hebammen.de/meine-entscheidung unter dem Motto #MeineGeburtMeineEntscheidung.

Zum Hintergrund: Hebammen arbeiten in Geburtshäusern bereits seit Jahren mit Ausschlusskriterien. Diese gelten jedoch medizinisch nicht als evidenzbasiert. Der für Geburtshäuser gültige Vertrag bezieht deshalb den Willen der Frau in die Entscheidung, wo die Geburt des eigenen Kindes stattfinden soll, mit ein. Die gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, die freie Wahl des Geburtsortes zu gewährleisten, indem sie alle Formen der Geburtshilfe vergüten. Dies soll nun aufgeweicht werden.

……….

Der Deutsche Hebammenverband e.V. (DHV) ist der größte Hebammenberufsverband in Deutschland und setzt sich aus 16 Landesverbänden mit über 18.500 Mitgliedern zusammen. Er vertritt die Interessen aller Hebammen. Im DHV sind angestellte und freiberufliche Hebammen, Lehrerinnen für Hebammenwesen, Hebammenwissenschaftlerinnen, Familienhebammen, hebammengeleitete Einrichtungen sowie Hebammenschülerinnen und Studierende vertreten. Über die berufliche Interessenvertretung hinaus ist eine gute medizinische und soziale Betreuung der Frauen und ihrer Kinder vom Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit ein zentrales Anliegen des Verbandes. Als Mitglied in der European Midwives Association (EMA), im Network of European Midwifery Regulators (NEMIR) und in der International Confederation of Midwives (ICM) setzt er sich auch auf europäischer und internationaler Ebene für die Stärkung der Hebammenarbeit sowie die Gesundheit von Frauen und ihren Familien ein.

Leseempfehlung: „Dann ist der Kreißsaal halt mal zu“

Auch in Kliniken verschlechtert sich die Arbeitssituation für Hebammen zunehmend. Die Überlastung schadet nicht nur den Hebammen sondern letztenendes auch den dort betreuten Frauen.

Immer mehr Kliniken haben große Schwierigkeiten, Hebammen für ihre Kreißsäle zu finden. Woran das liegt und wie sich die Arbeitsbedingungen in den Kreißsälen verändert haben, darüber sprechen DHV-Präsidentin Martina Klenk und die Beirätin für den Angestelltenbereich, Susanne Steppat, mit Klinikhebammen in ganz Deutschland. In ihrer Zwischenbilanz nach einem knappen Jahr und Klinikbesuchen in acht Bundesländern ziehen sie ein düsteres Fazit.


Link: Lest den ganzen Artikel auf www.hebammenverband.de.

TV-Tipp: Hebamme am Limit in der SWR-Mediathek

Die SWR-Reportage „Hebamme am Limit“ begleitet Anja Lehnertz, die letzte geburtshilflich tätige, freie Hebamme im Raum Trier. Auch sie wird zum Ende des Jahres aus der Geburtshilfe aussteigen, um überhaupt noch wirtschaftlich arbeiten zu können.

Eine Hebamme sagte uns über diesen Film „Besser kann frau nicht beschreiben, wie wir arbeiten und was in unseren Herzen vor sich geht…“

Edit im Dezember 2016: Jetzt auch auf Youtube

[Beitrag steht in der Mediathek nicht mehr zur Verfügung]

Keine Entwarnung in der Geburtshilfe

Presseinformation der Elterninitiative Hebammenunterstützung vom 06.08.2014

Die Einigung zwischen den Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband auf eine höhere Vergütung zum Ausgleich der steigenden Versicherungsprämien stellt keine Lösung für die verfahrene Situation in der deutschen Geburtshilfe dar.

Der Elternprotest Hebammenunterstützung warnt eindringlich vor Augenwischerei: „Sowohl die Gesundheitsminister*innen der Länder als auch bspw. der DHV selbst sprechen von einem Zwischenschritt und fordern weiterhin nachhaltige und strukturelle Veränderungen“. Man schiebe das Problem nur um ein weiteres Jahr auf. „Im Juli des kommenden Jahres stehen wir vor der gleichen Situation wie im vergangenen Frühjahr.

Eine Veränderung gibt es jedoch: Allen Beteiligten ist nun klar, dass es um die Geburtshilfe im Ganzen geht“.

Das Problem sei längst keines mehr, das die freiberuflichen Hebammen allein betrifft, bestätigen die Aktivist*innen des Elternprotestes: „Die Kliniken ächzen genauso unter dem fehlerhaften System wie die freiberuflichen Hebammen und Ärzte.

Deutschlandweit schließen kleinere Kliniken weil sie wirtschaftlich nicht mehr rentabel arbeiten können. Für die Frauen und Kinder bedeutet dies, dass sie lange Anfahrtswege und damit ein höheres Risiko in Kauf nehmen müssen“. In den Kliniken selbst würde ebenfalls knapp geplant. Einerseits gibt es nicht mehr genug Hebammen, die für die geringen Angestelltenentgelte arbeiten wollten, andererseits gebiete das Gebot der Wirtschaftlichkeit, dass eine Hebamme im Kreißsaal mehrere Frauen gleichzeitig betreue. „Diese Entwicklung ist ein gesellschaftlicher Skandal!

Die notwendige Einigung als Lösung zu bezeichnen, ist daher nicht mehr als Augenwischerei“. Als Interessenvertretung der Familien setze sich der Elternprotest Hebammenunterstützung auch weiterhin aktiv für eine Verbesserung der Situation in der Geburtshilfe ein.

Hintergrund

Der Elternprotest Hebammenunterstützung ist eine Gruppe von Eltern und Expert*innen, die sich im Februar 2014 im Internet gegründet hat. Die Gruppe umfasst rund 16.000 Männer und Frauen bundesweit. Sie ist vernetzt mit zahlreichen anderen Partnern und organisiert dezentral regelmäßig Aktionen zur Verbesserung der Situation in der Geburtshilfe. Zu den Mitgliedern gehören u.a. Change-Petentin Anke Bastrop (Sie sorgte dafür, dass die Hebammenhilfe in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde) Change-Petentin Bianca Kasting (Sie sammelte rund 425.000 Unterschriften in einem Aufruf an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe) Hebamme und Bundestagspetentin Sabine Schmuck („Das wird Tote geben“, sagte sie in einer öffentlichen Anhörung vor dem Petitionsausschuss des Bundestags über die Entwicklung in der Geburtshilfe) , Bundestagspetentin Michaela Skott (aktuelle Petition/ Sie fordert das Grundrecht auf die freie Wahl des Geburtsortes und die 1:1-Betreuung während der Geburt durch eine Bezugshebamme)

Netzwerkpartner: Human Rights in Childbirth/ Geburt e.V. Eckernförde/ Happy Birthday e.V./ Hebammen für Deutschland e.V. / Gerechte Geburt u.v.m.

Mehr Informationen und Ansprechpartner*innen finden Sie unter: www.hebammenunterstuetzung.de

En dinger Hand

Der Kölner Hobbymusiker Klaus Jansen hat ein Protestlied für seine Frau Kerstin und alle anderen Hebammen in Deutschland geschrieben: En Dinger Hand.

Download: En_dinger_Hand (Text und Akkorde als PDF)

Der Text zum Lied:

(1) En dinger Hand sin mir jebore/
als allereetstes han mer ding Jeseech jesinn.
Uns Mamm, die wor bei dir jot opjehovve/
du stunnst för jede Froch vun ehr parat.

(2) Noch fröher wor mer als Frau in joder Hoffnung/
hück passe Pänz uns nit mih en d’r Sinn/
de Puute hollt dä Dokter mi’m Skalpell/
wat domols Zick hat,jo dat jeiht hück zackig schnell

Refrain: Selvs en d’r schlimmste Zick, do hätt et dich jejovve/
worst du en jedem Veedel doch die eetste Frau/
un jetz sull et dich op einmol nit mih jäve/
dat es janz secher och e Stöck Sozialavbau

(3) Du sühst eren en manch kleine Famillich/
und hilfs, bevür et Ääzte-Ärjer jitt/
du weißt Bescheid öm manche Ping un Sorje /
die mer off hätt, wenn mer jet Kleines kritt

Refrain

(4) Jeiht et öm Jeld, do muss de Minsch zoröckstonn/
süht mer en Pflejeheime un em Krankehuus/
doch spart mer hück och noch aan unser Zokunf/
dann süht et domet baal sicher düster us

Refrain

(Alle Rechte liegen bei Klaus Jansen)

Danke Klaus!

[Link]: Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger vom 10. Juli 2014

Hebammen-Petition: Video zur Anhörung am 23. Juni online

Elternprotest Düsseldorf - keine ist da

Die Anhörung von Sabine Schmuck zur „Hebammen-Petition“ ist nun in der Mediathek des Parlamentsfernsehens verfügbar. Das Thema „Hebammen“ wird in der ersten Stunde behandelt.

Link: Video zur Anhörung.

Kleine Presseschau zur Anhörung: Weiterlesen