Petitionen jetzt unterstützen: Elternprotest in Bremen und Sankt Augustin

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Ein kurzer Hinweis zu zwei aktuellen Petitionen zur Geburtshilfe:

Landespetition Bremen – Sicherung der geburtshilflichen Versorgung

Eingereicht von der Bremer Mother Hood-Landeskoordinatorin fordert diese Petition die Bremer Bürgerschaft u. a. auf, die Hebammenversorgung der Schwangeren und Mütter zu verbessern (die Nachfrage bei Wochenbettbetreuung, Geburtsvorbereitung, Rückbildung kann zur Zeit nicht abgedeckt werden) und verbindliche Regelungen zur Senkung der Kaiserschnittrate von 30,5 Prozent (!) zu treffen. Diese Petition könnt ihr noch bis zum 27. Dezember unterstützen – auch wenn ihr nicht in Bremen wohnt! (Ganz unkompliziert und ohne Anmeldung.)

Change.org: Verhindern Sie die Schließung der Geburts- und Neugeborenenstation in Sankt Augustin!

Wer es sich auf der Karte von Akte NRW – Das Sterben der Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen anschaut, sieht schnell, dass die Geburtsstationen rechtsrheinisch um Sankt Augustin dünn gesät sind. „Würde die Schließung durchgesetzt, könnten im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis demnächst nur noch nur noch in den Krankenhäusern in Troisdorf, Sieglar und Bad Honnef Kinder zur Welt kommen. Für werdende Eltern in der Region eine dramatische Entwicklung, denn im Notfall sind die Entfernungen zur nächsten Entbindungsstation entscheidend!“

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Aussagen des Bundesgesundheitsministeriums zur aktuellen Situation der Hebammen

Vor der Anhörung von Michaela Skott im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages (Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1) schrieben wir die Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel an, um sie auf die Anhörung und unsere Einschätzung der Situation aufmerksam zu machen. Nun erhielten wir ihre Antwort mit einer Auskunft des Bundesgesundheitsministeriums (BGM) zur aktuellen Lage. Mit freundlicher Genehmigung von Frau Pantel dürfen wir den Schriftwechsel hier veröffentlichen.

Nachricht von Mother Hood e.V. Düsseldorf vom 11. Juni 2016:

Sehr geehrte Frau Pantel,

unser letztes Treffen im November 2015 ist eine Weile her. Seitdem hat sich die Situation für uns Eltern in Deutschland wesentlich verschlechtert. Weiterhin werden Geburtsstationen geschlossen (im Regierungsbezirk Düsseldorf wurden zuletzt Geburtsstationen in Wuppertal und Solingen geschlossen, erst letztes Wochenende wurden in Hannover beide Level-1-Geburtskliniken wegen Personalmangels vorübergehend geschlossen), Kaiserschnitt- und Interventionsraten sind viel zu hoch – nicht zuletzt wegen zu schlechter Betreuungslage – und Hebammen geben ihren Beruf auf.

Seit 2014 sammeln wir als Elternprotest bundesweit in vielen Aktionen nun Unterschriften für die Petition 51168: Gesundheitsfachberufe – Sicherstellung der freien Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 vom 25.03.2014 (https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2014/_03/_25/Petition_51168.nc.html).

Hierin wird u.a. die Forderung einer 1:1 Betreuung während der Geburt gestellt. Zurzeit sind Betreuungsschlüssel von 1:5 keine Seltenheit, immer häufiger werden Frauen unter Wehen wegen Personalmangels von Geburtskliniken abgelehnt und an andere Häuser verwiesen. Wir sehen die Politik in der Verantwortung, (gesetzliche und wirtschaftliche) Anreize zu schaffen, damit der Beruf der Hebamme wieder gestärkt wird.

Nun wird die Petition endlich am 20.6.2016 im Petitionsausschuss behandelt. Wir bitten Sie inständig darum, Ihre Kolleginnen und Kollegen vom Petitionsausschuss auf die Dringlichkeit und die Notwendigkeit dieser Petition aufmerksam zu machen. Unterstützen Sie uns Eltern: für uns und die kommenden Generationen müssen wir für eine Verbesserung der Geburtskultur in Deutschland eintreten!

Mit freundlichen Grüßen

Mother Hood e.V. Düsseldorf


Antwortschreiben von MdB Sylvia Pantel vom 1. September 2016:

Liebe Frau D.,

seit meiner Wahl in den Bundestag begleite ich die wichtigen Anliegen der freiberuflichen Hebammen. Ich habe großes Verständnis für die Besorgnis in Bezug auf die freie Wahl des Geburtsortes und eine gute und flächendeckende Versorgung mit Hebammenhilfe in Schwanger- und Mutterschaft. Die Problematik wurde bei der Anhörung im Petitionsausschuss am 20.06.2016 erneut angesprochen. Die Anhörung ist unter http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-petition-hebammen/428582 als Video dokumentiert.

Mit Bezug auf Ihre Email habe ich beim Bundesgesundheitsministerium noch einmal zur aktuellen Situation nachgefragt, die Antwort ist leider erst jetzt eingetroffen.

Das BMG hat mir mitgeteilt, dass der Gruppenversicherungsvertrag des Deutschen Hebammenverbands mit dem Versicherungskonsortium um die Versicherungskammer Bayern im Juli bis Mitte 2018 verlängert wurde. Das gewährleistet für die freiberuflichen Hebammen seit Jahren erstmals wieder eine mehrjährige Absicherung. Die mit dieser Vertragsverlängerung verbundenen Prämienerhöhungen von durchschnittlich 10 Prozent jährlich liegen deutlich unter den Erhöhungen der letzten Jahre.

Aufgrund der weiteren Maßnahmen zur Hebammenvergütung hat sich die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen, die Geburtshilfe erbringen, deutlich entspannt. Der im Juli 2015 in Kraft getretene Verzicht auf Regressforderungen der Kranken- und Pflegeversicherung kann einen Beitrag zur Stabilisierung der Versicherungsprämien leisten. Durch die faktische Begrenzung der Höchstschäden entsteht zudem eine verlässlichere Kalkulationsgrundlage für die Versicherungswirtschaft, das ist eine Voraussetzung zur Belebung des Versicherungsmarktes. Derzeit prüfen die betroffenen Versicherungsunternehmen im Einzelfall, ob die angemeldeten Regressforderungen der Kranken- und Pflegekassen gegenüber freiberuflichen Hebammen aufgrund des gesetzlichen Regeressausschlusses zurückgewiesen werden können. Um die Wirksamkeit des Regressausschlusses zu unterstützen, plant das BMG, die Thematik mit der Kassenseite auf Fachebene kurzfristig noch einmal zu erörtern.

Die Sicherstellung der stationären Versorgung im Rahmen der Krankenhausplanung ist grundsätzlich in der Verantwortung der Länder. Sie gewährleisten die Versorgungsangebote unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Versorgungsbedarfs in den einzelnen Regionen in angemessener Weise. Laut Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2014 in Deutschland 399 Krankenhäuser mit einer geburtshilflichen Fachabteilung vorhanden gegenüber 430 Krankenhäusern mit einer Geburtshilfestation in 2012. Die geringere Zahl kann neben Schließungen auch auf Fusionen beruhen. Die „Landkarte der Unterversorgung“ bzw. der ambulanten Versorgung mit Hebammenleistungen wird als Möglichkeit bewertet, Informationen zu sammeln und publik zu machen, ob es im näheren Umfeld für konkret angefragte Hebammenleistungen auch tatsächlich eine Versorgungsmöglichkeit gibt. Um verlässliche Informationen darüber zu geben, ob eine Unterversorgung besteht, bedarf es zusätzlicher Informationen, die eine auf freiwilliger Basis geführte und damit auf Einzelmeldungen beruhende Landkarte nicht liefern kann.

Aus Sicht des BMG tragen die Maßnahmen wesentlich dazu bei, die finanzielle Situation der freiberuflichen Hebammen zu verbessern und ihnen Sicherheit in Bezug auf einen finanzierbaren Haftpflichtversicherungsschutz zu geben. Nach den vom GKV-Spitzenverband veröffentlichten Hebammenzahlen wird für 2015 erstmalig wieder ein Anstieg verzeichnet. Ich hoffe und bin deshalb zuversichtlich, dass sich die Lage perspektivisch entspannen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Pantel, MdB

Anhörung vor dem Petitionsausschuss: Jetzt reden wir!

Elternpetition

Am kommenden Montag ist es endlich soweit: Die Elternpetition hat es vor den Petitionsausschuss des Bundestages geschafft! Petentin Michaela Skott wird stellvertretend für uns Frauen und Familien vor dem Ausschuss sprechen und klarstellen, dass in erster Linie wir Eltern von den Missständen in der Geburtshilfe betroffen sind. Auch in Düsseldorf haben wir hunderte Unterschriften für diese Petition gesammelt und nach Berlin geschickt.

Wer mehr dazu lesen will, schaut mal in Silkes Blog „Aberwehe!“ vorbei, sie hat das Thema mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht: bitte hier entlang.

Die öffentliche Anhörung wird live im Parlamentsfernsehen übertragen und steht danach in der Mediathek zur Verfügung. Bitte einschalten am Montag, 20.6.2016 ab 13 Uhr: https://www.bundestag.de/tv

Hier die offizielle Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V. vom 17. Juni 2016:

Die Bundeselterninitiative Mother Hood e. V. begrüßt die Entscheidung des Petitionsausschusses des Bundestages, die Petentin Michaela Skott anzuhören. Skott engagiert sich seit Jahren für Frauenrechte und ist Mitglied von Mother Hood. 2014 forderte sie in der Petition Nr. 51168 das „Grundrecht mit freier Wahl des Geburtsortes sowie einer Geburtsbegleitung im Schlüssel von 1:1 durch eine Bezugshebamme“. Die öffentliche Anhörung findet am 20. Juni, 13 Uhr, in der Konrad-Adenauer-Straße 1, in Berlin, statt.

„In der Petition geht es um die Wahrung der Rechte von Frauen und Kindern rund um die Geburt. Dazu zählt den Geburtsort frei wählen zu können und die 1:1-Betreuung – egal, ob die Geburt in der Klinik oder Zuhause stattfindet – welche nachgewiesenermaßen zur größtmöglichen Sicherheit führt”, erklärt Michaela Skott. „Dieses Recht leitet sich aus mehreren Rechtsnormen ab und ist in Deutschland noch nicht verankert. Deshalb werden wir Eltern bei allen Entscheidungen, die ja die Gebärenden und Kinder direkt betreffen, gar nicht mit einbezogen und können auch nicht Klage erheben. Ich will, dass sich das ändert,“ so Skott.

Desolate Zustände

Die von Politikern oft dementierten schlechten Zustände in der Geburtshilfe (zuletzt in der Bundestagsdebatte vom 12. Mai) sind Realität: Die Versorgung Gebärender in Kliniken ist vielerorts katastrophal. Die freie Wahl des Geburtsortes, egal ob die Schwangere in einer Klinik, zu Hause oder im Geburtshaus gebären möchte, ist flächendeckend nicht mehr vorhanden. Die Anzahl der Geburtskliniken sinkt, obwohl die Geburtenrate steigt.

Verpflichtung des Gesetzgebers zur Sicherung des Berufsstandes der Hebammen

Die Probleme in der Geburtshilfe sind eng mit der Situation der Hebammen verbunden. Die von Gesundheitsminister Hermann Gröhe durchgesetzten Maßnahmen wie etwa der Sicherstellungszuschlag oder der Regressverzicht haben nicht den gewünschten Effekt. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen und die damit verbundene Bezahlung bleiben weiterhin ungenügend. Viele geben deshalb auf und wandern in andere Berufe ab.

„Fehlen Hebammen, haben in erster Linie wir Eltern ein Problem”, sagt Eva Abert vom Vorstand von Mother Hood. „Wir fordern daher von der Politik, endlich die Forderungen der Eltern zu hören und ernst zu nehmen, so wie es nun hoffentlich mit der Anhörung geschieht“.

Die Bundestagspetition von Michaela Skott ist die vierte in nur sechs Jahren, die sich mit der Situation in der Geburtshilfe beschäftigt. “Passiert ist seither wenig, was die sich verschlechternden Zustände aufhalten kann”, fasst Abert zusammen.

(Die Pressemitteilung ist zuerst erschienen auf: http://www.mother-hood.de/presse/elterninitiative-mother-hood-jetzt-reden-wir.html)

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Mother Hood-Infostand auf dem Geburtshaus-Jubiläumsfest

Infostand Elternprotest Düsseldorf

20 Jahre Geburtshaus Düsseldorf! Das Geburtshaus feiert mit einem Jubiläums-Familienfest auf dem Schillerplatz. Wir von der Mother Hood-Gruppe Düsseldorf und Umgebung sind mit einem Infostand dabei. Denn wir wünschen uns, dass „unser“ Geburtshaus noch viele weitere Jubiläen feiern kann und auch in Zukunft viele Babys dort das Licht der Welt erblicken können.

Wann: Sonntag, 6. September 2015 zwischen 11 und 18 Uhr

Wo: Schillerplatz, Düsseldorf (Achenbach-/Ecke Schillerstraße)

Wir informieren Euch über die aktuelle Lage und den Verein Mother Hood. Außerdem sammeln wir weiterhin Unterschriften für die Bundestagspetition von Michaela Skott. Kommt vorbei! Wir freuen uns auf Euch!

JubliäumsFamilienfest

Liebe (Noch-)kinderlose,

Nachricht an meine (noch-)kinderlosen Familienmitglieder, Freunde, Bekannten und alle, die sich angesprochen fühlen. Menschen, die mal Kinder, mal eine Familie haben wollen. Nein, nicht jetzt. Aber irgendwann mal. In den nächsten Jahren.

www.change.org/elternprotest

Ihr Lieben (Noch-)kinderlosen,

überlegt mal, ob Ihr diese Petition auch mitzeichnen möchtet. Das heißt zwar Elternprotest – aber wirklich betroffen werdet Ihr sein. Diejenigen, die sich aktuell für Hebammen /freie Wahl des Geburtsortes / SELBSTbestimmte Geburt stark machen, haben nämlich schon Kinder. Und sie sind engagiert, weil sie wissen, was dies alles für junge Familien bedeutet. Oder sie haben selbst schlechte Erfahrungen gemacht und wollen endlich ein menschenorientiertes System in der Geburtshilfe. Aktuell sind die Krankenkassen nicht nur dabei, die Hausgeburten abzuschaffen. Sie wollen offenbar auch die häusliche Nachsorge durch Hebammen nach der Geburt kippen (bzw. tragen nichts zu deren Erhalt bei). Hebammen sind aber mit die wichtigsten Wegbegleiter in den ersten Wochen nach der Geburt. Für Mutter und Kind. Psychisch und körperlich. Und wenn jetzt nicht bald was passiert, werdet Ihr die ersten Wochen mit eurem Baby ohne Hebammenhilfe durchstehen müssen. Vielleicht in Ärztewartezimmern, Notaufnahmen oder Krankenkassenhotline-Warteschleifen.

Ohne freie Wahl des Geburtsortes und Hebammennachsorge werde ich kein weiteres Kind mehr bekommen. Ganz im Ernst.

Karin für Elternprotest Düsseldorf und Umgebung

GKV: „Freiberufliche Hebammen? Brauchen wir nicht.“

GKV braucht keine Hebammen

Unglaublich, aber wahr! Der GKV-SV ist davon überzeugt, dass Deutschland keine freiberuflichen Hebammen braucht.

Nachzuhören ist es hier in der hitzigen „Redezeit“-Diskussion vom 8.7.2015 auf NDR Info: http://www.ndr.de/info/sendungen/redezeit/Hebammen-in-Not,sendung382492.html

Dort diskutierten die Moderatorin Birgit Langhammer mit ihren Gästen: Katharina Jeschke (Präsidiumsmitglied Deutscher Hebammenverband e.V.), Ann Marini (Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes) und Dr. Edgar Franke (SPD-Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Bundestages).

Los! Steht mit uns auf! Jetzt! Das darf nicht sein!
Elternprotest brauchen wir heute für eine sichere Geburt, Schwangerschaftsvorsorge und Wochenbettbetreuung. Eltern brauchen Hebammen!

Bitte sendet Euren Protest an presse@gkv-spitzenverband.de oder ruft hier an: Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit (Mo bis Do von 08:00 bis 18:00 Uhr, Fr von 08:00 bis 12:00 Uhr) Fragen zur Krankenversicherung: 030 340 60 66 – 01

oder den

GKV-Spitzenverband direkt: 030 20 62 88-0
Ein Fax geht auch unter 030 20 62 88 88.

Denn der GKV-SV bricht Recht!

Desweiteren läuft unsere Petition bis zum 13. Juli 2015 weiter! Ladet alle ein! Wir wollen das Minimalziel von 150.000 bis zur Übergabe erreichen!

Mother Hood e.V. fragt die Krankenkassen: Zwangsdiagnostik für Schwangere?

Mother Hood Zwangsdiagnostik

Pressemitteilung des Vereins Mother Hood e.V.

Bonn, 26. Juni 2015 – Die Gesetzlichen Krankenkassen wollen erstmals aus der umfassenden und uneingeschränkten Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen. So knüpfen sie die Übernahme von Entbindungskosten unter anderem an Zwangsuntersuchungen. Das ist das derzeitige Ergebnis aus den Verhandlungen zwischen dem GKV-SV und den Hebammenverbänden. Dagegen wendet sich die noch bis zum 30. Juni laufende Petition der Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ (www.change.org/elternprotest), die mittlerweile über 122.000-mal gezeichnet wurde – unter anderem von prominenten Unterstützerinnen und Unterstützern wie Nina Hagen, Nena, Josefine Preuss, Willi Weitzel, Judith Holofernes, Sophie Schütt und Pablo Sprungala.

Doch ob der GKV-SV mit seinen Plänen wirklich die Interessen seiner Mitglieder vertritt, wollte die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ wissen und bat die 50 größten Gesetzlichen Krankenkassen um Stellungnahmen. Dabei ging es um die Frage, ob sich (werdende) Mütter auch zukünftig auf ihre Krankenkassen verlassen können.

Krankenkassen befürworten Einschränkung der Wahlfreiheit

Das Ergebnis ist ernüchternd: Entweder antworteten die Krankenkassen gar nicht oder mit einem Standardtext des GKV-SV und verwiesen auf die bevorstehende Schlichtung. „Es geht letztlich um die entscheidende Frage, ob werdende Eltern auch weiterhin Wahlfreiheit bezüglich des Geburtsortes haben,“ erläutert Eva Abert, Vorständin von Mother Hood e.V. „oder ob sie zukünftig durch eine Zwangsdiagnostik und weitere wissenschaftlich nicht belegte Kriterien in ihrem Recht auf Selbstbestimmung eingeschränkt werden.“ Lediglich eine Krankenkasse, die IKK Südwest, stellte im Sinne der Frauen über Einzelfallprüfungen in Aussicht, sollten die Pläne des GKV-SV umgesetzt werden.

Nun muss die bevorstehende Schlichtung zeigen, ob sich der GKV-SV mit seinen Plänen aufgrund eines Kriterienkatalogs durchsetzen kann, für den es – zumindest in Teilen – bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt. Bei Eintreten dieser Kriterien soll nach Willen des Spitzenverbandes künftig eine Zwangsdiagnostik erforderlich sein, um weiterhin im häuslichen Umfeld entbinden zu dürfen. Ansonsten droht den Frauen Leistungsverlust. Dieser Vorgang ist bisher einmalig, da laut Patientenrechtegesetz Versicherte das Recht haben, Behandlungen abzulehnen, ohne dass dies Einfluss auf die Leistungen hat.

Über die Petition

Mit einer Petition unter www.change.org/elternprotest wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch den Spitzenverband der GKV. “Mother Hood” fordert den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Über “Mother Hood e.V.”

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood e.V.“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.

 

Danke Mama, dass es dir nicht egal ist, wie wir geboren werden!

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Pressemitteilung des Vereins „Mother Hood“ vom 08.05.2015:

Weit über 85.000 UnterstützerInnen haben seit dem 1. Mai die Change-Petition “Übernahme der Kosten für Hebammen unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin sichern!” gezeichnet. Darunter auch bekannte Persönlichkeiten wie Nena und Nina Hagen.

So wandte sich die Sängerin Nena mit dem Verweis auf die aktuelle Elternprotest-Petition über die sozialen Medien an ihre Fans: “Jede schwangere Frau hat ein Grundrecht auf die liebevolle Begleitung ihrer Hebamme…und jedes ungeborene Kind hat ein Grundrecht auf einen liebevollen, friedlichen Empfang auf dieser Erde.” Auch Nina Hagen rief zum Handeln auf: “Bitte informiert Euch und checkt aus was hier abgeht, es ist unfassbar. Das dürfen wir nicht zulassen – wir müssen das gemeinsam angehen!”

Die vier Mother-Hood-Petenten Christina Baris, Julia Fertig, Hanno Köhncke und Michael Benecke freuen sich über diese prominente Unterstützung. “Nena und Nina Hagen beweisen damit, dass die dramatische Situation in der Versorgung mit Hebammen alle Familien in unserem Land betrifft. Ganz gleich, wie prominent du bist und wieviel Geld du hast: Wenn keine Hebammen mehr da sind, ist die Betreuung vor, während und nach der Geburt für alle Familien in Frage gestellt”, betont Julia Fertig, selbst zweifache Mutter aus Berlin.

Hanno Köhncke, fünffacher Hausgeburtsvater aus NRW, denkt an den bevorstehenden Muttertag: “Die stetig wachsende Zahl der Unterschriften zeigt deutlich, dass es den Müttern und Vätern und allen anderen Unterzeichnern nicht egal ist, wie Kinder heute und in Zukunft geboren werden”.

GKV-SV bleibt wissenschaftliche Belege schuldig
Eine offizielle Reaktion seitens des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV), an den die Petition gerichtet ist, gibt es bisher nicht. Versicherte, die sich im Zuge der Petition mit einer persönlichen Anfrage an ihre Krankenkasse gewendet haben, erhalten jedoch eine kassenübergreifende Standardantwort. Darin versichern die Kassen, es würde sich einzig um Entscheidungen im Sinne von “Qualität und Sicherheit” für Kinder und Mütter handeln. Die fehlenden wissenschaftlichen Belege für einen Teil des Kriterienkatalogs, bspw. das Überschreiten des errechneten Termins um einen Tag, blendet die Antwort jedoch aus. Ebenso den Fakt, dass mit den geplanten Einschränkungen für außerklinische Geburten allgemein das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung, Aufklärung sowie freie Wahl des Geburtsortes beschnitten wird.

Über die Petition
Mit einer Petition unter www.change.org/elternprotest wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch den Spitzenverband der GKV. “Mother Hood” fordert den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Über “Mother Hood”
Die Bundeselterninitiative „Mother Hood“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.

Die Online-Petition kann mitgezeichnet werden unter www.change.org/elternprotest

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden!

Pressemitteilung der Bundeselterninitiative Mother Hood vom 04.05.2015

Mother Hood fordert uneingeschränkte Übernahme der Kosten für Hebammenhilfe

Bonn, 04. Mai 2015: Mit einer Petition wendet sich die Bundeselterninitiative “Mother Hood” direkt an die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), vertreten durch Dr. Doris Pfeiffer, Vorsitzende des Spitzenverbands der GKV (GKV-SV). Im Namen aller Unterzeichner und GKV-Mitglieder fordern die vier Petenten, Christina Baris, Julia Fertig, Hanno Köhncke und Michael Benecke, über Change.org den GKV-SV auf, dass auch zukünftig die Kosten für die Hebammenhilfe unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Wie dringlich dieses Anliegen ist, zeigen die über 10.000 UnterstützerInnen, welche die erst seit dem 1. Mai 2015 unter change.org/elternprotest laufende Petition unterzeichnet haben.

Denn erstmals wollen die gesetzlichen Krankenkassen aus der umfassenden Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen. Geht es nach dem Willen des GKV-SV dürfen sich Frauen künftig nur noch unter sehr eingeschränkten Voraussetzungen für eine außerklinische Geburt als Kassenleistung entscheiden. Dazu zählt, dass die Geburt nicht nach dem errechneten Termin (ET) stattfinden darf. “Die Idee des GKV-SV stellt eine drastische Einschränkung der Wahlfreiheit und Selbstbestimmung von werdenden Müttern und Familien dar,” erläutert Christina Baris die Gründe für die Petition. Zudem entbehren die Pläne der GKV-SV jeder wissenschaftlichen Grundlage: Eine gesunde Schwangerschaft dauert zwischen 38 und 42 Wochen. Von einer medizinisch relevanten Übertragung wird erst ab ET+14 gesprochen. Nur drei Prozent aller Kinder kommen am errechneten Termin zur Welt. Bisher konnten die Frauen mit ihren Hebammen und/oder Ärzten nach ausführlicher Aufklärung frei wählen, wo sie gebären wollen.

Über Mother Hood e.V.

Die Bundeselterninitiative „Mother Hood“ setzt sich u. a. für eine echte Wahlfreiheit in Bezug auf den Geburtsort und den Geburtsmodus im Sinne einer sicheren, evidenzbasierten Geburtshilfe in Deutschland ein. Der Verein geht aus der Facebookgruppe “Hebammenunterstützung” mit 16.000 Mitgliedern hervor und wurde am 22. März 2015 gegründet. Mit zahlreichen Aktionen machen Eltern seit Februar 2014 auf die größer werdenden Missstände in der geburtshilflichen Versorgung in Deutschland aufmerksam. Mother Hood ist bundesweit mit zahlreichen weiteren Initiativen rund um das Thema Geburt vernetzt.

Die Online-Petition kann mitgezeichnet werden unter http://www.change.org/elternprotest

Aktionen zum Welthebammentag auch in Ihrer Nähe?

http://www.hebammenunterstuetzung.de/aktionen

Petition: Übernahme der Kosten für Hebammen unabhängig vom Geburtsort und Geburtstermin sichern!

ES REICHT!

Die Vergütungsverhandlungen zwischen dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV-SV) und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) sind am 28. April 2015 gescheitert. Warum? Die gesetzlichen Krankenkassen aus der umfassenden Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe aussteigen – die freie Wahl des Geburtsortes wollen die Kassen nur noch unter bestimmten und höchst umstrittenen Kriterien als Leistung übernehmen. Unter anderen soll eine Hausgeburt ab dem Überschreiten des errechneten Termins um einen Tag (ET+1) nicht mehr als Kassenleistung möglich sein. (Da eine gesunde Schwangerschaft zwischen 38 und 42 Wochen dauert, wird von einer Übertragung im medizinischen Sinne erst ab ET+14 gesprochen.)

Daher haben Christina Baris, Julia Fertig, Hanno Köhncke und Michael Benecke vom Verein “Mother Hood – Bundeselterninitiative zum Schutz von Mutter und Kind während Schwangerschaft, Geburt & 1. Lebensjahr” bei Change.org eine Petition an Dr. Doris Pfeiffer, die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-SV) eingereicht.

Also schnell unterschreiben und fleißig im Netz, per Mail und Messenger teilen: Petition auf Change.org

Weitere Infos zur Petition und den Petenten findet ihr hier: Frauen sind keine Gebärmaschinen

Lest aus hier: Geburt wird zur Privatleistung Bundeselterninitiative “Mother Hood” lehnt Pläne der Krankenkassen ab